Antreiber: KarstadtQuelle und SAP: Fester DAX - T-Aktien geben nach
zuletzt aktualisiert: 20.07.2000 - 20:30Frankfurt/Main (dpa). Aufsehen erregende Kurssprünge beim Software-Unternehmen SAP und dem Einzelhandelskonzern KarstadtQuelle haben am Donnerstag das Geschehen am deutschen Aktienmarkt geprägt. Käufe in beiden Titeln übertrugen sich auf fast alle im DAX aufgeführten Aktien: Das Kursbarometer schloss mit einem Plus von 1,54 Prozent bei 7 480,14 Punkten. Nur der starke Verlust des Index- Schwergewichts Deutsche Telekom verhinderte einen noch wesentlich höheren Schlussstand.
Auf weniger Interesse stießen die 70 Nebenwerte des MDAX, der mit einem Plus von 0,51 Prozent bei 4 635,88 Punkten aus dem Markt ging. Am Neuen Markt legte der NEMAX 50 (Performance-Index) um 2,30 Prozent auf 6 417,05 Punkten. Die Entwicklung in Deutschland wurde noch gestützt durch den Aufwärtstrend in New York, wo eine Rede des US- Notenbankchefs Alan Greenspan die Stimmung hob. Der Dow Jones zog um 1,44 Prozent auf 10 850,59 Punkte an. Der Technologie-Index Nasdaq- Composite legte 2,87 Prozent auf 4 171,91 Punkte zu.
Mit großem Abstand wurde die SAP-Aktie Tagessieger in Frankfurt. Am Ende notierte der Titel mit einem im DAX selten erreichten Plus von 13,90 Prozent auf 249,51 Euro. Das Walldorfer Software- Unternehmen hatte zuvor einen Gewinnzuwachs vor Steuern im ersten Halbjahr von elf Prozent auf 288 Millionen Euro gemeldet. Händler erklärten, dieses Ergebnis liege über ihren Erwartungen.
Die KarstadtQuelle-Aktie erhielt am Tag der Hauptversammlung erheblichen Auftrieb durch den angekündigten Rücktritt des Vorstandsvorsitzenden Walter Deuss. Der Konzernlenker wurde vielfach wegen der gegenwärtigen Ertragslage des Unternehmens kritisiert. Seinen Posten übernimmt der ehemalige Metro-Manager Wolfgang Urban. Nach einer wochenlangen Durststrecke katapultierte sich die Aktie um 9,66 Prozent auf 33,50 Euro. "Da ist der Markt aber großzügig mit Vorschusslorbeeren", scherzte Aktienhändler Alexander Koch von der KBC-Bank Deutschland.
Schlusslicht im DAX war die Aktie der Deutschen Telekom, die 5,35 Prozent auf 57,17 Euro abgab. Zeitungsberichte über ein formelles Angebot für den US-Mobilfunkkonzern VoiceStream in Höhe von 53 Milliarden US-Dollar belasteten den Titel, sagte ein Händler. Der Preis werde am Markt als zu hoch erachtet.
Die allgemein freundliche Tendenz an den Aktienmärkten wurde durch Äußerungen des US-Notenbankchefs Alan Greenspan unterstützt. Dieser erklärte vor dem Bankenausschuss des US-Senats, die Inflation in den USA werde voraussichtlich im kommenden Jahr nachlassen. Kommentare dieser Art werden am Markt in der Regel mit Erleichterung aufgenommen, da sie auf ein Ende der Leitzinserhöhungen hindeuten. Wie erwartet, ließ die Europäische Zentralbank (EZB) in einer Entscheidung am Donnerstag die Leitzinsen unverändert.
Der Euro notierte fester mit 0,9333 Dollar (Vortag: 0,9251). Der Dollar kostete damit 2,0978 DM. Die EZB legte den Referenzkurs mit 0,9220 (Vortag: 0,9216) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 2,1213 (2,1222) DM.
Der Rentenmarkt tendierte uneinheitlich. Während der Bund-Future um 0,4 Prozent fester mit 104,96 Zählern notierte, lag der Rentenmarktindex REX um 0,2 Prozent höher als am Vortag bei 109,26 Punkten. Die Bundesbank ermittelte die Umlaufrendite am Nachmittag bei 5,38 (Mittwoch: 5,40) Prozent.
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