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Persönlich
Fidel Castro . . . will auch mit 90 keine Veränderung

Der "Maximo Líder" wird heute 90 Jahre alt. Kubas Revolutionsführer Fidel Castro ist der letzte verbliebene Polit-Popstar des vergangenen Jahrhunderts. Und am liebsten hätte es der Sohn eines Plantagenbesitzers, der von 1959 bis 2008 kommunistisch regierte, dass alles so bleibt, wie es ist. Er gilt als verhaltener Zweifler am Öffnungsprozess seines Bruders Raúl (85), der seit mehr als zwei Jahren auf Tuchfühlung mit den USA geht und die Regierung von Präsident Barack Obama enttäuscht. Zwar ist Havanna offen für kapitalistische Milliarden. Eine innenpolitische Öffnung, wie sich Obama sie vom Ende der Embargo-Politik erhoffte, bleibt aber bislang aus. Kuba liefert nicht, zumindest nicht auf dem Gebiet einer Entkriminalisierung von politisch nicht linientreuen Gedanken. Das könnte für das Tauwetter noch einmal gefährlich werden.

Heute wird Kuba seinem "Maximo Líder" der kubanischen Revolution wieder einmal huldigen. Von 1959 bis 2008 regierte er die Insel mit harter Hand. In den ersten Jahren auch mit brutaler Gewalt, willkürlichen Hinrichtungen, Folter und Enteignungen. Homosexuelle ließ Castro brutal jagen. Das ist bei heutigen Castro-Fans fast schon vergessen, auch weil Fidel viele Angehörige seiner Opfer überlebte und es schwer sein wird, nach seinem Tod irgendwann noch einmal lebende Zeitzeugen zu finden. Auch das wird dafür sorgen, dass eine Aufarbeitung der schweren Menschenrechtsverletzungen in den ersten Jahren nach der Revolution möglich sein wird. Castros Andenken wird von der Gnade des späten Todes profitieren. Seine Gegner hat er zu Lebzeiten bereits eliminiert.

Die Euphorie über ein vermeintlich neues Kuba ist inzwischen verflogen.

Ausbleibende Reformen in der Innenpolitik haben für eine Depression in jenem Teil der kubanischen Bevölkerung geführt, der auf einen Wandel gesetzt hat. Viele Kubaner sind auf der Flucht.

Tobias Käufer

Quelle: RP
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