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Persönlich
Filippo Grandi . . . widmet sich den Vertriebenen

Wenn es jemanden gibt, der wie geschaffen ist für seinen Job, dann ist es wohl Filippo Grandi. Schließlich vereint der UN-Flüchtlingskommissar zwei der derzeit wohl wichtigsten Voraussetzungen, die man als Schutzbefohlener der Flüchtlinge mitbringen sollte. Erstens: Grandi ist seit Jahrzehnten für die Vereinten Nationen tätig und hat daher beste Verbindungen in die ganze Welt. Zweitens: Er ist Italiener - und ist so bestens vernetzt in seinem Heimatland, vor dessen Küste sich in diesen Tagen eines der größten Probleme der Flüchtlingskrise beobachten lässt: der massenhafte Versuch von Flüchtlingen, von Libyen über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen - nicht selten mit tödlichen Folgen.

Grandis weltweite Verbindungen führten ihn nun nach Deutschland. Mit William L. Swing, dem Generaldirektor der Internationalen Organisation für Migration, war er zum Gespräch bei Kanzlerin Angela Merkel (CDU) geladen. In Berlin sprachen die drei über die zukünftige Zusammenarbeit zwischen der EU und Libyen.

Es wäre nicht übertrieben zu sagen, Grandi habe sein bisheriges Leben den Vertriebenen gewidmet. In seiner Heimatstadt Mailand studierte der 1957 geborene Diplomat zunächst Moderne Geschichte und Philosophie - dann machte er sich auf in die Welt, wo er seit über 30 Jahren in der Flüchtlingshilfe tätig ist. Schon 1988 arbeitete er für das UN-Flüchtlingskommissariat. Später ging er dann nach Afghanistan, wo er für die Unterstützungsmission der Vereinten Nationen im Einsatz war. 2010 wurde er dann Generalkommissar des UN-Hilfswerks für Palästina-Flüchtlinge. Den vorläufigen Höhepunkt seiner Karriere im Dienst der Schutzsuchenden erreichte er Anfang 2016, als er UN-Flüchtlingskommissar und damit Nachfolger von António Guterres wurde. So führte ihn sein Weg wieder in seine Heimat - wo er nun dringend gebraucht wird.

Tim Specks

Quelle: RP
 
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