USA zur Kürzung der Israel-Hilfe aufgerufen?: Fischer-Äußerung dementiert
zuletzt aktualisiert: 16.12.2001 - 11:10Washington (rpo). Das US-Außenministerium hat einen Medienbericht dementiert, nach dem Bundesaußenminister Joschka Fischer seinen US-Kollegen Colin Powell unlängst zur Kürzung der US-Hilfe an Israel aufgerufen hat. Auch die deutsche Botschaft in Washington erklärte, Fischer habe nichts dergleichen gesagt.
Der Bericht basierte auf Angaben eines namentlich nicht genannten US-Regierungsbeamten. Danach erfolgte Fischers Äußerung während der Europa-Reise des US-Ministers in der vergangenen Woche. Powell habe auf Fischers Äußerung geantwortet, Druck auf Israels Ministerpräsidenten Ariel Scharon würde nicht im Interesse der USA liegen, weil dies Scharon daheim noch populärer mache. Das Simon- Wiesenthal-Zentrum in Los Angeles kritisierte in einer Presseerklärung die Fischer zugeschriebene Äußerung in Los Angeles scharf. Man sei empört und schockiert.
Ein Sprecher des US-Außenministeriums sagt, es treffe nicht zu, dass Fischer gegenüber US-Beamten eine Kürzung der Israel-Hilfe angeregt habe: "Deutschland ist immer ein starker Unterstützer unserer Nahost-Friedensbemühungen gewesen." Auf die Frage, ob ein anderer deutscher Regierungsbeamter einen solche Äußerung getan habe, sagte der Sprecher: "Wir machen die Natur unserer diplomatischen Diskussionen nicht publik."
Auch ein Sprecher der deutschen Botschaft in Washington sagte: "Er (Fischer) hat nicht gefordert, dass Hilfe gekürzt wird, denn das würde vier oder fünf Jahrzehnten von deutscher Unterstützung für Israel zuwiderlaufen." Deutschland sei Israels zweitwichtigster Verbündeter, und dabei wird es bleiben", fügte der Sprecher hinzu.
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