Start der Lateinamerikareise: Fischer in Peru: Reformen anstoßen
zuletzt aktualisiert: 04.03.2002 - 14:59Lima (rpo). Außenminister Joschka Fischer ist zu einer einwöchigen Lateinamerikareise in Peru eingetroffen. Fischer soll helfen, Reformen anzustoßen und Demokratisierungsprozesse voranbringen.
Dabei sollte es auch um die deutsche Unterstützung für den Demokratisierungs- und Reformprozess des Landes gehen. Geplant war eine gemeinsame Erklärung zur Zusammenarbeit in der Antarktisforschung. Peru empfängt mehr deutsche Entwicklungshilfe als jedes andere südamerikanische Land.
Von Peru aus wollte Fischer am Mittwoch und Donnerstag nach Chile reisen. In Santiago waren Gespräche mit Regierungsvertretern und Präsident Ricardo Lagos vorgesehen. Im Mittelpunkt sollten Wirtschaftsfragen stehen einschließlich der Assoziierungsverhandlungen zwischen Chile und der EU sowie der Menschenrechtsdialog zwischen Deutschland und Chile. In Chile wird der Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und humanitäre Fragen, Gerd Poppe, zu der Delegation des Ministers stoßen.
Zum Abschluss der fünftägigen Reise steht am Freitag ein fünfstündiger Kurzbesuch in dem wirtschaftlich bedrängten Argentinien auf dem Programm. Bei den Gesprächen in Buenos Aires soll es auch um die Aufklärung der Schicksale von deutschen Opfern der Militärdiktatur der 70er Jahre gehen.
Die Fälle verschwundener Deutscher werden auf Entscheidung des Bundesgerichtshofs zentral vom Amtsgericht Nürnberg bearbeitet. Die Nürnberger Ermittler werfen mehr als 70 argentinischen Ex-Militärs Mord, Totschlag, Menschenraub und Geiselnahme von fast 40 deutschen Opfern vor. Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte erst vor zwei Wochen Argentinien besucht. Er und eine Bundestagsdelegation waren dabei auch mit den Müttern zusammengetroffen, deren Angehörige zu Zeiten der Junta verschleppt worden waren.
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