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München
Studie: Flüchtlingskinder oft psychisch belastet

Fotos: Flüchtlinge aus Budapest kommen in München an
Fotos: Flüchtlinge aus Budapest kommen in München an FOTO: dpa, shp fdt
München. Kinder leiden besonders stark an den Folgen einer Flucht, zeigt eine Studie in Bayern. Eine Untersuchung von 100 syrischen Kindern in der Bayernkaserne in München ergab, dass etwa ein Drittel psychisch belastet war. Jedes fünfte Kind litt an einer posttraumatischen Belastungsstörung. "Dies ist die erste repräsentative Studie, die in dieser Größenordnung in Deutschland durchgeführt wurde", sagte Volker Mall, Professor für Sozialpädiatrie an der Technischen Universität München.

Jedes Kind wurde demnach zweimal für jeweils drei Stunden von muttersprachlichen Ärzten und Psychologen untersucht. "Gerade die posttraumatische Belastungsstörung ist eine große Herausforderung für uns", erklärte Mall. Die Erlebnisse von Krieg und Folter in den Heimatländern und die oft monatelange Flucht belasteten die Kinder in hohem Maße. Aber auch die Situation in Deutschland trage zur psychischen Belastung bei. Viele Kinder erlebten soziale Isolation und Diskriminierung. "Hier fehlt es ganz klar an einer Willkommenskultur in Deutschland", betonte Mall.

Die Studie zeige zudem, dass Flüchtlingskinder stärker an körperlichen Krankheiten wie Karies und Atemwegserkrankungen leiden als andere Kinder in Deutschland. Zudem fehlten ihnen öfter wichtige Schutzimpfungen. Die medizinische Versorgung von Flüchtlingskindern ist auch Thema der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, die heute in München beginnt. 3000 Ärzte beraten dort über neue Forschungsergebnisse.

(dpa)
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