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Persönlich
François Molins . . . ist dem Terror auf der Spur

Als François Molins am Tag nach den Attentaten in Paris vor die Presse tritt, ist er gezeichnet von den zurückliegenden Stunden. Unter den Augen liegen tiefe Tränensäcke, die Wangen wirken eingefallen. Kameras aus der ganzen Welt sind in dieser Minute auf ihn gerichtet, den Staatsanwalt von Paris. Aber sein Blick kann ihnen nicht standhalten, er ist die Unruhe selbst.

Kein Wunder, auf ihm lasten die Erwartungen einer ganzen traumatisierten Nation, wenn nicht sogar der gesamten westlichen Welt. Es braucht schnelle Ermittlungserfolge, damit die Franzosen wenigstens ansatzweise wieder zur Tagesordnung übergehen können. Und Molins ist derjenige, der sie liefern muss. Es ist nicht seine erste schwere Stunde. Im Januar leitete der dreifache Vater und mehrfache Großvater die Ermittlungen nach den Anschlägen auf die Zeitung "Charlie Hebdo", im Sommer folgte der Terrorakt in der Nähe von Lyon, mit der Geiselnahme in einer Fabrik. Seither warnte der 62-Jährige immer wieder davor, dass weitere Anschläge wahrscheinlich seien.

Molins hat eine Verwaltungskarriere durchlaufen, wie sie in Frankreich typisch ist. Nach dem Jura-Studium absolvierte er die renommierte Hochschule ENM und arbeitete für Staatsanwaltschaften in verschiedenen Teilen des Landes. Profilieren konnte sich der gebürtige Südwest-Franzose vor allem in Bobigny, einem der Problemvororte von Paris. Dessen Bürgermeister lobte insbesondere Molins' Arbeit im Hinblick auf Gewalt gegen Frauen und seinen Kampf gegen die Schwarzarbeit.

Bei den Gewerkschaften hingegen hat Molins weniger Freunde. Sie sehen in ihm einen gnadenlosen Strafverfolger, den typischen Vertreter einer Null-Toleranz-Politik. Er sei jemand, der alles daran setze, der Regierung zu gefallen, sagte einmal Gewerkschaftssprecher Matthieu Bonduelle. Wo er sich selbst einordnet, umschrieb Molins bei seiner Ernennung 2011 so: "Ich bin nicht repressiv, aber auch nicht lasch."

Kirsten Bialdiga

Quelle: RP
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