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Paris
Französischer Kulturkampf um den Zirkumflex

Paris. Es ist nur ein kleines Dach, doch es erregt die Gemüter: Mit der Rechtschreibreform in Frankreich soll der Zirkumflex teilweise wegfallen, jener Akzent also, der auf den Vokalen sitzt, etwa bei â. Beschlossen hatte das die Wächterin über die Sprache, die Académie française, schon 1990. Sie begründete ihre Entscheidung mit einer Entwicklung der Sprache, wie sie auch in den Nachbarländern üblich sei. Es sei wichtig, die Rechtschreibung mit "dosierten und kohärenten Berichtigungen anzupassen, die ihre Nutzung sicherer machen", hieß es damals. Der renommierten Akademie gehören unter anderem namhafte Schriftsteller an. Von Christine Longin

Doch in die Schulbücher soll die neue Rechtschreibung erst nach den Sommerferien Einzug halten, wie die Verlage vor Kurzem entschieden. Aus der "maîtresse", der "Lehrerin", soll dann die "maitresse" ohne den Zirkumflex werden.

Vom "Tod des Zirkumflex", den einige Medien schon herbeischreiben, kann allerdings keine Rede sein. Der "chapeau", wie die Franzosen den Zirkumflex nennen, wird nur auf dem i und u gestrichen. Und das auch nicht immer: "mûr" etwa, die "Mauer", führt weiter einen Akzent, um den Unterschied zu "mur" zu markieren, was "reif" bedeutet. Und Namen wie "Jérôme" werden sowieso nicht angetastet. Ohnehin ist die alte Schreibweise parallel weiterhin erlaubt.

Doch die gut gemeinte Geste stößt auf starken Widerstand vor allem in konservativen Kreisen und bei Pädagogen, die den Niedergang der französischen Sprache befürchten. Bei Twitter hat sich bereits eine große Gemeinde zusammengefunden, die den vom Aussterben bedrohten "accent circonflexe" verteidigt. Der dazugehörige Hashtag lautet in Anlehnung an die Solidaritätsbewegung für die Opfer der Anschläge von Paris im Januar #JeSuisCirconflexe.

Quelle: RP
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