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Johannesburg
Fremdenhass erschüttert Südafrika

Johannesburg. Die Regierung setzt Armee und Polizei ein, um die Gewalt einzudämmen.

Angesichts einer Welle ausländerfeindlicher Gewalt geht Südafrika mit Razzien gegen mutmaßliche Täter vor. Polizeichefin Riah Phiyega kündigte nach Angaben des Radiosenders "Eyewitness News" Operationen im ganzen Land an und erklärte, die Polizei werde "die Straßen wieder zurückerobern". In der Nacht zu gestern wurden bereits elf Verdächtige festgenommen, Waffen und geplünderte Ware beschlagnahmt. Die jüngsten Übergriffe auf Ausländer kosteten sieben Menschen das Leben; rund 5000 wurden zudem aus ihren Unterkünften vertrieben.

Polizisten und Soldaten stürmten eine Unterkunft für Arbeiter in Jeppestown, einem Stadtteil von Johannesburg. Die elf Festgenommenen werden verdächtigt, für Plünderungen und Übergriffe auf Ausländer verantwortlich zu sein.

In den vergangenen Wochen war es in mehreren Städten zu Gewalt gekommen. Angefacht wird sie durch die schlechte wirtschaftliche Lage im Land und die Angst, Ausländer könnten Einheimischen Jobs wegnehmen. Die Arbeitslosigkeit in Südafrika liegt bei 24 Prozent.

Die Regierung hatte unter Druck aus dem Ausland am Dienstag auch die Armee in die Armenviertel geschickt, um die angespannte Lage zu beruhigen. Der Einsatz im Inland ist umstritten, weil Soldaten während der Apartheid auch zur Niederschlagung von Aufständen in die Townships gesandt wurden.

Andere afrikanische Regierungen haben Südafrika Zögern vorgeworfen und begonnen, ihre Bürger zurückzuholen. Kenia, Simbabwe, Malawi und Nigeria haben Reisedokumente, Flugzeuge oder Busse für die Rückführung organisiert.

(epd)
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