Stoffe sind analysiert: Friedman: Kokain-Reste in Päckchen gefunden
zuletzt aktualisiert: 13.06.2003 - 13:13Berlin (rpo). Die drei Päckchen, die bei Michel Friedman sichergestellt worden sind, haben Reste eines Kokain-Gemisches enthalten.
Dies teilte die Berliner Justiz nach einer Analyse am Freitag mit. Justizsprecher Björn Retzlaff ließ offen, ob sich der Verdacht gegen den Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden damit erhärtet habe. Genaueres erhoffen sich die Ermittler von einer Haar- Analyse. Das Ergebnis wird vermutlich erst Ende kommender Woche vorliegen. Friedman äußerte sich weiterhin nicht zu den Vorwürfen.
Friedman, der früher CDU-Präsidiumsmitglied war, ist auch als Moderator der Fernsehsendung "Vorsicht! Friedman" bekannt. Gegen ihn läuft seit kurzem ein Ermittlungsverfahren wegen illegalen Drogenbesitzes. Zwei Tütchen mit den Rückständen von weißem Pulver waren am Mittwoch bei der Durchsuchung seiner Anwaltskanzlei in Frankfurt am Main gefunden worden. Ein drittes Päckchen wurde in der Wohnung sichergestellt. Der genaue Anteil des Kokains habe nicht ermittelt werden können, sagte Retzlaff. Dazu seien die Probenmengen zu gering gewesen.
Retzlaff äußerte sich nicht dazu, ob sich der Verdacht gegen Friedman damit erhärtet habe. "Die Schlussfolgerungen müssen die Ermittler ziehen. Das Verfahren steht ganz am Anfang. Der Ausgang ist offen." Nach Angaben des Justizsprechers nahm Friedman auch gegenüber der Staatsanwaltschaft noch nicht Stellung, auch die Akten hat er noch nicht eingesehen. Als Konsequenz aus den Anschuldigungen lässt Friedman die Moderation seiner Talkshow ruhen.
Der Verdacht gegen ihn war durch die Aussagen mehrerer Zeugen in einem anderen Verfahren aufgekommen, wie Retzlaff bestätigte. Dabei geht es um groß angelegte Ermittlungen gegen einen Ring von Menschenhändlern, deren Mitglieder Prostituierte aus Osteuropa nach Deutschland geschleust haben sollen. Drei Verdächtige sitzen deshalb in Untersuchungshaft. Retzlaff betonte ausdrücklich, dass Friedman in diesem Verfahren kein Beschuldigter sei. Der Justizsprecher ließ offen, ob es Ermittlungen gegen andere Prominente gibt.
Der Präsident des Zentralrats der Juden, Paul Spiegel, sieht weiterhin keine Veranlassung, über die Konsequenzen für die Arbeit Friedmans im Zentralrat nachzudenken. "Es gibt keine Erkenntnisse darüber, dass Friedman bei der Ausübung seines Amtes Fehler gemacht hat", sagte Spiegel dem Berliner "Tagesspiegel" (Samstag). Er wolle erst einmal abwarten, was die Rechtsprechung ergebe. "Ich greife nicht in ein schwebendes Verfahren ein", sagte Spiegel.
Friedmans Anwalt Eckart Hild sagte in Frankfurt am Main: "Ohne Akteneinsicht wird es keine Vernehmung geben." Zunächst sei die Berliner Staatsanwaltschaft am Zuge, die Akten zu übermitteln. Danach werde man miteinander sprechen
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