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"Keine Emotionen schüren": Friedman: Politik soll sich in Wortwahl von Rechtsradikalen absetzen

zuletzt aktualisiert: 13.08.2000 - 20:23

Köln (dpa). In der Diskussion um zunehmende Gewalt gegen Ausländer hat der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Michel Friedman, an die Politiker appelliert, sich in ihrer Wortwahl deutlich von Rechtsradikalen abzusetzen. Der Kölner Zeitung "Sonntag-Express" sagte Friedman: "Worte können so verletzen wie körperliche Gewalt."

Er betonte: "Wahlkampf-mathematische Gründe und die Hoffnung, Wähler des rechten Randes abzuholen, erlauben und entschuldigen nicht, wenn Politiker Slogans verwenden, die auch Rechtsradikale ausgesprochen haben könnten." Friedman warnte davor zu glauben, "man könnte nach einem Wahlkampf alles wieder abschütteln, was man bis dahin strategisch benutzt hat".

Zu der Auseinandersetzung um die weitgehende rechtliche Gleichstellung homosexueller Paare mit Ehepaaren sagte Friedman, entscheidend sei nicht ob, sondern wie diese Debatte geführt werde: "Wehe uns, wenn wir dabei verflachen oder gar Emotionen schüren wie zum Beispiel bei der -Kampagne. So etwas darf sich nicht wiederholen."

Mit dem Slogan "Kinder statt Inder" hatte der nordrhein-westfälische CDU-Vorsitzende Jürgen Rüttgers im vergangenen Landtagswahlkampf eine Kampagne gegen die Green Card für ausländische Computerexperten gestartet.

Quelle: RPO Archiv

 
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