Nach dem Urteil im Hetzjagd-Prozess von Guben: Friedman spricht von falschem Signal der Justiz
zuletzt aktualisiert: 13.11.2000 - 18:42Potsdam (dpa). Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Michel Friedman, bezeichnete das Urteil im so genannten Gubener "Hetzjagd-Prozess" als falsches Signal der Justiz. Der "Märkischen Allgemeinen" (Potsdam) sagte Friedman: "Ich halte es für falsch, dass Menschen, die andere Menschen zu Tode getrieben haben, auf Bewährung verurteilt werden und nicht ins Gefängnis müssen. Dies ist das falsche Signal der Justiz in die rechtsradikale Szene. Skins und Gewaltverbrecher mit rechtsradikalem Hintergrund müssen wissen, dass die Justiz kein Pardon und kein Verständnis für ihre Taten hat, sondern mit harten Strafen deutliche Signale setzt."
Acht der elf Angeklagten seien für den Tod des 28-jährigen Algeriers nach der Hetzjagd Anfang 1999 durch Guben mit verantwortlich, hatte der Vorsitzende Richter am Montag betont. Das Cottbuser Landgericht verhängte unter Berücksichtigung früherer Straftaten einzelner Angeklagter Jugendhaftstrafen zwischen einem und drei Jahren, die teilweise zur Bewährung ausgesetzt wurden. Zwei Angeklagte kamen mit Verwarnungen davon und wurden zu gemeinnütziger Arbeit verurteilt.
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