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Das große Thema des Gipfels: G8-Staaten setzen auf Wirtschaftserholung noch in 2003

zuletzt aktualisiert: 02.06.2003 - 15:39

Evian (rpo). Auf ihrem Gipfel in Evian haben die G8-Staaten erkennen lassen, dass sie von einer Erholung der Weltwirtschaft in der zweiten Jahreshälfte 2003 ausgehen. Die sieben wichtigsten westlichen Industriestaaten und Russland glauben an eine deutlich spürbare Belebung der Konjunktur.

Der deutsche Wirtschaftsstaatssekretär Alfred Tacke sprach am Montag am Rande des G-8-Wirtschaftsgipfels im französischen Evian von "positiven Signalen". Alle Teilnehmer hätten der Beurteilung der USA zugestimmt, dass dort ein Wachstum bis 2,9 Prozent möglich sei.

Angesichts der Dollar-Schwäche gegenüber dem Euro sähen Europäer wie auch die USA keinen Anlass, regulierend in den Markt einzugreifen. "Die jetzt gefundene Wertung zwischen Euro und Dollar soll gestärkt werden", sagte Tacke. Der Bericht von Bundeskanzler Gerhard Schröder über das Reformpaket "Agenda 2010" sei einhellig begrüßt worden.

Um Konjunktur und Beschäftigung langfristig anzukurbeln, verpflichtet sich die G 8, die Doha-Welthandelsrunde pünktlich Ende 2004 zum Erfolg zu führen. Die weitere Öffnung der Märkte dürfe nicht zu Lasten der Entwicklungsländer gehen.

Wachstum ankurbeln

Für Gastgeber Frankreich sei es wichtig, das der Gipfel die Fähigkeit der G 8 zeige, das Wachstum anzukurbeln, dauerhafte Entwicklung zu fördern und internationale Sicherheit zu verbessern, sagte die Sprecherin des französischen Präsidenten Jacques Chirac, Catherine Colonna. Das Vertrauen in die Weltwirtschaft müsse gestärkt werden.

Die derzeit schwere Krise der Weltwirtschaft war das erste große Thema des zweitägigen Gipfeltreffens der Staats- und Regierungschefs aus den USA, Frankreich, Deutschland, Italien, Großbritannien, Japan, Kanada und Russland.

Dabei sei ein "positiver Ausblick" auf das zweite Halbjahr geworfen worden, sagte Tacke. Wichtige Voraussetzungen für eine Erholung seien gegeben. "Den jetzt besseren Perspektiven für den Friedensprozess im Nahen Osten kommt wesentliche Bedeutung zu." Es herrsche auch Einigkeit, dass der Veränderung der demographischen Entwicklung, also der steigenden Zahl der Rentner, in allen Ländern Rechnung getragen werden müsse.

Bundeskanzler Gerhard Schröder habe eine Deflation, also sinkende Preis ohne Nachfrage, für Deutschland ausgeschlossen, sagte Tacke weiter. "Dafür gibt es keinerlei Anzeichen."

Zur Doha-Runde hieß es in einer Erklärung der G 8, die ärmsten Staaten der Erde müssten mit ihren Waren einen besseren Zugang zu den internationalen Märkten haben. Die G 8 bekräftigten, zur Öffnung der Märkte gebe es keine Alternative - auch nicht für die Entwicklungsländer. Das sei der optimale Weg, Wachstum und Arbeitsplätze zu schaffen.

Beim vorbereitenden Ministertreffen der Welthandelsorganisation (WTO) im September im mexikanischen Cancun sollen alle dafür nötigen Entscheidungen getroffen werden, um die Doha-Runde pünktlich abzuschließen. Zwischen den USA und Europa sind besonders die milliardenschweren Beihilfen für die Landwirtschaft und das Maß der Öffnung für Dienstleistungen umstritten.

"Die G 8 haben sich verpflichtet, Cancun zu einem Erfolg zu führen", sagte der deutsche Wirtschaftsstaatssekretär Alfred Tacke. Die G 8 seien sich einig, vor Cancun die Zusammenarbeit mit den Entwicklungsländern noch zu verbessern. "Es herrscht auch Zuversicht, dass im Agrarbereich eine Lösung gefunden wird", sagte er. "Die G 8 wollen dazu ihren Beitrag leisten."

Die Staats- und Regierungschef verständigten sich auch darauf, die Anleger an den internationalen Märkten besser vor Bilanz-Betrug zu schützen. Vertrauen sei der Schlüssel für eine funktionierende Marktwirtschaft, hieß es in einer Erklärung. Nach den Skandalen um Unternehmen wie Enron und Worldcom müssten Anleger wieder Vertrauen fassen. Das sei auch eine Grundvoraussetzung für mehr Wirtschaftswachstum.


 
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