Erneute Gespräche angekündigt: Gebt Mazedonien-Frieden eine Chance!
zuletzt aktualisiert: 26.07.2001 - 19:55Skopje (rpo). Ein neuer Versuch: Die Friedensverhandlungen in Mazedonien werden wieder aufgenommen, nachdem die albanischen Rebellen aus der umkämpften Stadt Tetovo abgezogen sind.
Das haben EU und NATO am Donnerstag mit einer gemeinsamen Vermittlungsinitiative in Skopje erreicht.
«Der politische Prozess ist wieder in der Spur, die Waffenruhe ist in der Spur», sagte der EU-Beauftragte für die Außen- und Sicherheitspolitik, Javier Solana. Er war mit NATO-Generalsekretär George Robertson nach Skopje gereist.
Die UCK-Rebellen hatten am Donnerstagvormittag Kampfstellungen nahe dem Zentrum der nordwestlichen Stadt Tetovo geräumt. Die Kämpfer hätten sich wie mit der NATO vereinbart in die Berge oberhalb der Stadt zurückgezogen, sagte ein Rebellenkommandant mit dem Decknamen «Iliri» telefonisch. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Skopje teilte der staatlichen Nachrichtenagentur MIA mit, die UCK sei aus den Dörfer Lesok, Neproseno und Tearce abgerückt. Am Nachmittag begann die Rückkehr vertriebener Mazedonier mit einem Konvoi in Richtung Tetovo.
Der mazedonische Präsident Boris Trajkovski erklärte auf einer Pressekonferenz mit Solana am Donnerstagabend, die nächste Runde der Gespräche mit den albanischen Unterhändlern solle als Geste des guten Willens in Tetovo statt finden. Die Stadt, in der sich Albaner- Rebellen und Regierungstruppen tagelang neue Schießereien geliefert hatten, trage Symbole aller Volksgruppen. Trajkovski sagte: «Wir gehen nach Tetovo, um diese Werte zu schützen.»
Robertson und Solana, versuchten in Verhandlungen mit mazedonischen Politikern, Wege für einen Kompromiss im Streit um Reformen zu finden, die der albanischen Volksgruppe mehr Rechte bringen sollen. In der Nacht hatte es neue Demonstrationen von mehreren hundert Mazedoniern vor westlichen Botschaften gegeben, jedoch ohne neue Ausschreitungen.
«Nur durch Dialog und Verhandlungen kann eine dauerhafte Lösung für die Schwierigkeiten gefunden werden, in denen sich Mazedonien befindet», hieß es in einer am Donnerstag von der belgischen EU- Präsidentschaft in Brüssel veröffentlichten Erklärung. Gleichzeitig wurden die Rebellen der «Nationalen Befreiungsarmee» (UCK) und die Regierungstruppen zur Einhaltung der Waffenruhe aufgefordert.
Das mazedonische Innenministerium will elf albanische Freischärler wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verfolgen. Die Rebellen, darunter deren politischer Führer Ali Ahmeti, hätten auch gegen internationales Recht verstoßen. «Die Verdächtigen, politische und militärische Führer der so genannten UCK, haben nach vom Innenministerium zusammengetragenen Beweisen diese bösartige, terroristische Bande geschaffen, um Mazedonien zu föderalisieren und das Gebiet in Stücke teilen», heißt es in der Erklärung.
Seit Montag hatten sich Rebellen und mazedonische Armee trotz geltender Waffenruhe wieder schwere Kämpfe um die Stadt Tetovo geliefert. Dabei hatten die Rebellen mehrere Stadtteile eingenommen. Noch vor Bekanntwerden des von der NATO vermittelten Rückzugsabkommens hatte die mazedonische Regierung weitere Truppen nach Tetovo verlegt.
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