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In "kriegswichtigen" Betrieben zur Arbeit gezwungen: Gedenkstätte für Zwangsarbeiter in Leipzig eröffnet

zuletzt aktualisiert: 12.12.2001 - 12:40

Leipzig (rpo). Auf dem Gelände des ehemals größten Rüstungsbetriebs der Stadt Leipzig ist eine Gedenkstätte für ehemalige Fremd- und Zwangsarbeiter eröffnet worden.

Frühere Zwangsarbeiter aus Slowenien, Polen, Russland, der Ukraine und der Tschechischen Republik legten Blumen an einem Gedenkstein nieder. Sie waren einer Einladung von Leipzigs Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee (SPD) gefolgt.

Allein im Jahr 1944 lebten und arbeiteten nach Angaben der Stadtverwaltung rund 60.000 ausländische Arbeitskräfte im Raum Leipzig. Hinzu kamen etwa 14.000 Kriegsgefangene und mehr als 15.000 KZ-Häftlinge, die in von den nationalsozialistischen Machthabern als kriegswichtig eingestuften Betrieben zur Arbeit gezwungen wurden. Neben Rüstungsindustrie und Landwirtschaft gehörten dazu alle Wirtschaftszweige, die zur Aufrechterhaltung der Versorgungsinfrastruktur notwendig waren.

Die Stadt Leipzig hatte sich im Mai vergangenen Jahres mit einer Resolution ausdrücklich zu ihrer historischen Verantwortung bekannt. Sie rief das Programm "Ehemalige Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in Leipzig" ins Leben, das zur wissenschaftlichen und öffentlichen Aufarbeitung des Themas dienen soll. Außerdem will die Stadt nach eigenen Angaben mit dem Programm dazu beitragen, das diesen Menschen zugefügte Leid anzuerkennen und sie gebührend zu würdigen. Im Rahmen des Programmes traf am vergangenen Wochenende erstmals eine Gruppe ehemaliger Zwangsarbeiter aus Osteuropa in Leipzig ein.

Eine Jahresausstellung des Stadtarchivs mit dem Titel "Dem Ostarbeiter und Polen zu allerletzt - Fremd- und Zwangsarbeit im Raum Leipzig 1939 bis 1945" dokumentiert unterdessen noch bis zum Sommer kommenden Jahres das Schicksal der Zwangsarbeiter und geht den Spuren ihres erzwungenen Leipzig-Aufenthalts nach.

Quelle: RPO Archiv

 
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