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Berlin/Bamako
Gefährlicher Einsatz in Mali

Berlin/Bamako. Deutsche Soldaten sollen Frankreich entlasten. Paris wünscht sich noch mehr.

Deutschland will zusätzliche Soldaten nach Mali und in den Irak schicken, um damit dem Bündnispartner Frankreich zu helfen. Mehr könnte folgen.

Was bietet Deutschland an?

650 deutsche Soldaten sollen sich an der UN-Friedenssicherung im gefährlichen Norden des westafrikanischen Staats Mali beteiligen - bisher sind es nur zehn. Außerdem soll der Einsatz zur Ausbildung der kurdischen Peschmerga im Nordirak ausgeweitet werden.

Worum geht es in Mali?

2012 brachten Islamisten große Teile Nord-Malis unter ihre Kontrolle und wurden erst durch Intervention der früheren Kolonialmacht Frankreich zurückgedrängt. Inzwischen haben die Rebellen mit der Regierung in der Hauptstadt Bamako Frieden geschlossen. Trotzdem gibt es immer wieder Anschläge.

Wie gefährlich wird der Einsatz?

Es wird wohl der gefährlichste Einsatz der Bundeswehr neben Afghanistan. Zwar wird die Bundeswehrtruppe vor allem für Aufklärung und Logistik zuständig sein, sich aber auch selbst gegen Angriffe schützen. Die UN-Truppen wurden mehrfach Ziel von Anschlägen. 56 Blauhelmsoldaten kamen um.

Werden die beiden Einsätze die Franzosen tatsächlich entlasten?

Nur indirekt. Frankreich ist an der UN-Mission in Mali in geringem Maße beteiligt. Auf die französische Anti-Terror-Mission "Barkhane" mit 3000 Soldaten in fünf Ländern der Sahelzone - darunter auch Mali - wird die Verstärkung keine direkten Auswirkungen haben. Auch die Ausbildung im Irak entledigt die Franzosen keiner Aufgaben.

Wird das alles sein?

Das ist unklar. In der Koalition wird auch der Einsatz von Aufklärungsflugzeugen vom Typ "Tornado" zur Unterstützung der Luftangriffe gegen den IS in Syrien erwogen - das wäre ein Kampfeinsatz. "Falls Deutschland weiter gehen könnte, wäre das ein gutes Signal", sagte der französische Präsident François Hollande gestern Abend. Kanzlerin Angela Merkel deutete eine Ausweitung des deutschen Engagements an, ohne Details zu nennen.

(dpa)
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