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Festplatten in Los Alamos verschwunden: Geheime Atom-Unterlagen vermisst

zuletzt aktualisiert: 13.06.2000 - 18:57

Los Alamos (dpa). Aus dem Atomwaffenlabor Los Alamos im US- Bundesstaat New Mexico sind Computer-Festplatten mit streng geheimen Informationen über die Entschärfung von Atomwaffen verschwunden. Trotz intensiver Nachforschungen gebe es bislang keine Spur von den Datenträgern, sagte der Direktor der Labors, John Browne, am Dienstag in Fernsehinterviews.

«Das ist eine sehr ernste Angelegenheit», stellte er fest. Nach seinen Worten gehen die Verantwortlichen derzeit eher von einem menschlichen Irrtum als von einem Spionagefall aus. Andere Geheimunterlagen seien nicht angerührt worden.

Die Festplatten enthalten die neuesten Daten, die erforderlich sind, um amerikanische, russische oder andere Atombomben zu entschärfen. Sie sind aus zwei in einem Hochsicherheitsbunker verwahrten Koffern einer Spezialeinheit des US-Energieministeriums verschwunden. Die rund um die Uhr einsatzbereite Gruppe tritt in Aktion, wenn ein Atomwaffeneinsatz oder ein sonstiger Zwischenfall mit Atomwaffen droht. Ihre Aufgabe ist es, den Sprengsatz zu entschärfen. Dazu werden die Festplatten in einen Laptop-Computer geladen, um die jeweils erforderlichen Daten aufzurufen.

Medienberichten zufolge ist das Verschwinden der Datenträger zuerst am 7. Mai aufgefallen. Die Leitung der Labors und das Ministerium seien aber erst am 1. Juni informiert worden. In der Zwischenzeit waren die Labors für drei Wochen wegen eines gefährlichen Wald- und Buschfeuer geschlossen, das in der Umgebung von Los Alamos wütete. Das gesamte Areal der Atomwaffenfabrik, in der das «Manhattan-Projekt» zum Bau der ersten Atombombe der Welt beheimatet war, musste evakuiert werden.

Der Vorfall ist das jüngste Glied einer ganzen Kette von Sicherheitsproblemen in Los Alamos. Im vergangenen Jahr war dort ein südkoreanischer Wissenschaftler wegen Spionageverdachts festgenommen worden.

Quelle: RPO Archiv

 
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