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Proteste autonomer Demonstranten: Geldstrafe wegen Farbbeutel-Attacke auf Fischer

zuletzt aktualisiert: 21.12.2000 - 16:55

Bielefeld (dpa/lnw). Wegen seiner Farbbeutel-Attacke auf Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) ist der 37-jährige Samir Fansa am Donnerstag vom Bielefelder Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 3600 Mark verurteilt worden. Den Angriff, bei dem Fischer im Mai 1999 beim Sonderparteitag der Grünen in Bielefeld Riss des Trommelfells erlitten hatte, wertete der Richter als gefährliche Körperverletzung im minder schweren Fall. Damit blieb er deutlich unter der vom Staatsanwalt geforderten siebenmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung.

Der Beschuldigte hatte Fischer beim Sonderparteitag der Grünen zum Kosovo-Konflikt am 13. Mai 1999 in Bielefeld mit einem roten Farbbeutel beworfen. Der Minister erlitt dabei einen Riss im Trommelfell und musste in einer Bielefelder Klinik behandelt werden.

Der inzwischen in Berlin lebende Angeklagte hatte gegen einen Strafbefehl des Amtsgerichts Bielefeld vom September 1999 - eine siebenmonatige Freiheitsstrafe zur Bewährung - Widerspruch eingelegt. Deshalb kam es zur Hauptverhandlung. Der Außenminister war zu der mündlichen Verhandlung nicht als Zeuge geladen. Fischer wurde "im Wege der Rechtshilfe" in Berlin gehört.

An der Protestaktion in der Innenstadt und vor dem Gerichtsgebäude hatten sich nach Auskunft der Polizei etwa 170 Demonstranten aus dem autonomen Spektrum beteiligt. Die Demonstranten wurden von einem starken Polizeiaufgebot begleitet. Zu Zwischenfällen sei es nicht gekommen, sagte ein Polizeisprecher. Prozessbeobachter hatten sich einer strengen Einlasskontrolle unterziehen müssen.

Der Farbbeutel-Werfer, der sich nach eigenem Bekunden zur autonomen linken Szene zählt, hat den Anschlag auf Fischer zugegeben. Er habe damit demonstrieren wollen, dass an Fischers Händen das "Blut des Kosovo-Krieges" klebe. Der Angeklagte hatte bis Mitte der 90er Jahre in Bielefeld gelebt.

Quelle: RPO Archiv

 
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