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Persönlich
Gerhard Papke . . . rechnet mit seiner FDP ab

Der Rückzug kommt überraschend. Der frühere Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion (2005 - 2012) und jetzige Vize-Landtagspräsident, Gerhard Papke, will nicht mehr zur Landtagswahl 2017 antreten. Sieht der 55-Jährige etwa für die Liberalen keine Chance, die Fünf-Prozent-Hürde zu überspringen? Oder könnte er keinen aussichtsreichen Listenplatz bekommen? Nein, der Grund liegt nach seiner Darstellung ganz allein bei der FDP: "Ich bin vom aktuellen FDP-Kurs nicht hinreichend überzeugt, um meine Partei auch bei den nächsten Wahlen exponiert zu vertreten."Papke, der dem konservativen Flügel der Partei angehört, kritisiert vor allem einen zu laschen Kurs in der Flüchtlingspolitik. Deutschland müsse wissen, wer ins Land kommt: "Der Zustrom Hunderttausender junger Männer aus rückständigen, islamisch geprägten Gesellschaften, denen die Gleichberechtigung von Frauen und Männern völlig fremd ist, gefährdet unsere offene Gesellschaft. Wohin das führt, hat sich in der Silvesternacht in Köln gezeigt, als ein entfesselter Mob Jagd auf Frauen und Mädchen gemacht hat." Von Detlev Hüwel

Er sei "bekennendes Mitglied der Gesellschaft für klare Aussprache", hat der studierte Ökonom einmal ironisch erklärt. Mit seinem Klartext eckte er auch in der Partei an. Ihn ärgert es noch immer, dass sich die Parteispitze um Christian Lindner von seinem vor drei Jahren vorgelegten Thesenpapier zur Ausländerpolitik distanzierte und ihm auf dem Landesparteitag 2015 das Mikrofon abgestellt worden war, als er sich kritisch zum Kopftuch bei Lehrerinnen äußerte. "Trotz inhaltlicher Differenzen mit meiner Partei scheide ich nicht im Zorn", betont Papke, seit 1983 in der FDP. Er hat allein deshalb einen Platz im Landesgeschichtsbuch, weil er 2012 das Nein der FDP zum rot-grünen Etat durchsetzte und damit Neuwahlen heraufbeschwor - aus denen die FDP überaus gestärkt hervorging.

Quelle: RP
 
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