Änderung soll Arbeitsämter entlasten: Gerster für Pauschalbeträge an Arbeitslose
zuletzt aktualisiert: 19.06.2002 - 13:34Berlin (rpo). Florian Gerster, Chef der Bundesanstalt für Arbeit, will Arbeitslosen künftig einen Pauschalbetrag zukommen lassen. Das würde die Arbeitsämter entlasten und das Engagement der Arbeitsuchenden stärken, sich schnell um einen neuen Job zu bemühen.
Der Chef der Nürnberger Bundesanstalt für Arbeit, Florian Gerster, hat sich für eine grundlegende Änderung der staatlichen Arbeitslosenversicherung ausgesprochen. Im Interview der "Berliner Zeitung" (Mittwochausgabe) sagte Gerster, wenn Arbeitslose künftig in den ersten Monaten ihrer Erwerbslosigkeit eine pauschale Unterstützung von beispielsweise 750 Euro bekämen, könne "das Engagement, sich schnell einen neuen Arbeitsplatz zu suchen", gestärkt werden. "Der Vorteil für den Arbeitslosen bestünde darin, das Geld behalten zu dürfen, auch wenn er vor Ablauf einer festgelegten Zeitspanne eine neue Stelle findet", sagte Gerster.
Eine derartige "unbürokratische Regelung" würde die Arbeitsämter massiv entlasten. Die amtlichen Stellenvermittler könnten sich dann "mehr auf die Betreuung der Problemfälle konzentrieren". Gerster stellte die Zustimmung allerdings unter den Vorbehalt einer noch ausstehenden juristischen Bewertung. "Bevor wir so etwas machen, müssen wir prüfen, ob solche Pauschalierungen rechtlich zulässig sind und in welcher Höhe sie liegen müssen", sagte er. Bisher richtet sich das Arbeitslosengeld insbesondere nach der bisherigen Einkommenshöhe.
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