DAX schafft erneut Rekord: Gerüchte tragen Commerzbank
zuletzt aktualisiert: 10.02.2000Frankfurt/Main (dpa). Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag nach einem Start im Minus die Wende geschafft und erneut knapp über dem Rekordschluss vom Vortag geschlossen. Unter den DAX-Werten an der Frankfurter Börse ragte die Commerzbank heraus, die von Fusionsgerüchten auf ein Plus von elf Prozent getragen wurde. Der Wert schloss bei 35,75 Euro und damit um 3,55 Euro höher.
Der DAX notierte zu Handelsschluss bei 7 709,27 Zählern und legte damit um 1,1 Prozent oder 80,16 Punkte zu. Der NEMAX 50 für den Neuen Markt stand bei 7 486,74 Punkten und damit um ein Prozent oder 77,05 Punkte höher. Der MDAX aus 70 Nebenwerten gewann 0,4 Prozent oder 18,60 Zähler auf 4 259,23 Punkte. Der europäische Aktientrend war dagegen rückläufig. Der Euro Stoxx gab in Paris um 0,3 Prozent oder 17,44 Punkte auf 5 174,35 Zähler nach.
Händler spekulierten, die Commerzbank könne von der niederländischen ABN Amro, der Credit Suisse First Boston oder der spanischen Großbank BSCH (früher: Banco Santander) übernommen werden. "Nach der geglückten Übernahme von Mannesmann gilt nun die Commerzbank als Kandidat für einen Kauf durch ausländische Investoren", sagte Analyst Andreas Neubauer von ABN Amro. Das Beispiel Mannesmann habe gezeigt, dass feindliche Übernahmen deutscher Unternehmen mit zersplitterter Aktionärsstruktur Erfolg haben können.
"Zu solchen Gerüchten nehmen wir grundsätzlich nicht Stellung", sagte Credit Suisse-Sprecher Andre-Lou Sugar in Zürich. "Wir sind über Monate hinweg immer wieder mit der einen oder anderen Großbank in Verbindung gebracht worden, einmal war es die Dresdner Bank, nun ist es die Commerzbank."
Börsenlieblinge wie SAP, Siemens oder Deutsche Telekom fassten bis Handelsende keinen Tritt und schlossen im Minus. Die Hamburgische Landesbank urteilte, der Markt reagiere zunehmend hektisch und nervös. Die Konsolidierung am amerikanischen Aktienmarkt strahle auf Frankfurt aus, stellte die BHF-Bank fest.
DAX-Nachrücker Epcos meldete ein Rekordergebnis. Daraufhin stieg die Epcos-Aktie um 22,68 Prozent auf 170,50 Euro. Die Aktie wird am kommenden Montag den Traditionswert Mannesmann im DAX ersetzen.
Der Bund-Future sank bis zum Nachmittag um 0,6 Prozent oder 63 Stellen auf 102,78 Punkte. Der REX gab am Rentenmarkt um 0,3 Prozent oder 0,2752 auf 109,29 Stellen nach. Die Umlaufrendite wurde am Nachmittag von der Bundesbank mit 5,39 Prozent angegeben.
Der Kurs des Euro gab erneut nach. Händler brachten die erneute Schwäche mit der Zinserhöhung der Bank of England in Verbindung, die ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 6,00 Prozent erhöht hatte. Die Europäische Zentralbank in Frankfurt legte den Referenzkurs für einen Euro auf 0,9868 US-Dollar (Vortag: 0,9934) fest. Für den US-Dollar ergibt sich damit ein Kurs von 1,9820 DM.
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