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Berlin
Gewalt gegen Christen in Flüchtlingsheimen

Berlin. Christliche Flüchtlinge aus dem arabischen Raum sehen sich in deutschen Flüchtlingsunterkünften offenbar stärkeren Anfeindungen ausgesetzt als bisher angenommen. "Diskriminierung und Gewalt gegenüber Andersgläubigen gibt es dort weit regelmäßiger, als die Behörden es wahrhaben wollen", sagte Markus Rode, Chef der Menschenrechtsorganisation "Open Doors", bei der Vorstellung einer Erhebung.

88 Prozent von 231 befragten christlichen Flüchtlingen gaben an, während ihrer Zeit in Deutschland mindestens einmal religiös motivierten Anfeindungen ausgesetzt gewesen zu sein. 37 Prozent berichteten sogar von körperlichen Übergriffen. "Konvertiten geraten dabei besonders häufig ins Visier", sagte Rode. "Sie werden von radikalen Muslimen schließlich als Verräter betrachtet." 49 Prozent erklärten, Opfer von Drohungen und Gewalt durch das muslimische Wachpersonal geworden zu sein.

Der Chef des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, Frank-Jürgen Weise, bestätigte entsprechende Hinweise, meinte jedoch, es handele sich nicht um ein flächendeckendes Phänomen. Weise berichtete, dass 2013 bis 2015 insgesamt 1,5 Millionen Flüchtlinge nach Deutschland gekommen und vermutlich 1,2 Millionen geblieben seien. Die Zahl der noch nicht bearbeiteten Anträge sei von 370.000 zu Jahresbeginn auf 430.000 gestiegen.

(may-/th)
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