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Glyphosat-Hysterie

Im Streit um Glyphosat geben die EU-Staaten kein gutes Bild ab. Selbstredend müssen sie die Gefahren des Unkrautmittels sorgsam bewerten. Und selbstredend ist das Hersteller-Argument "Das nutzen wir seit Jahren" nicht stichhaltig. Es wurde auch lange Asbest verbaut, bis klar war, wie krebserregend der Dämmstoff ist. Eine vergleichbare Gefahr scheint von Glyphosat nicht auszugehen. Selbst die Weltgesundheitsorganisation stuft das Mittel nicht mehr als krebserregend ein. Meldungen, wonach Glyphosat in Bier und Milch steckt, erscheinen in diesem Licht als grüner Alarmismus. Wieder mal gilt: Die Dosis macht das Gift. Entsprechend kommt das Bundesinstitut für Risikobewertung auch zum Schluss, dass man täglich schon 1000 Liter Bier trinken müsste, um die Grenzwerte für Glyphosat zu überschreiten. Von Antje Höning

Die Stimmung ist so aufgeheizt, dass die Staaten sich selbst kurz vor Ende der Zulassung nicht einigen können, wie es weitergeht. Verantwortungsvolle Politik, die Wirtschaft und Verbrauchern Planungssicherheit gibt, sieht anders aus. Dieses Politikversagen, nicht das Herbizid, ist das eigentliche Ärgernis.

Quelle: RP
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