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Golfstaaten versagen

Dass Saudi-Arabien wirklich 200 Moscheen für die nach Deutschland strömenden Flüchtlinge finanzieren will, ist nicht offiziell bestätigt. Zuzutrauen wäre es den Scheichs angesichts der zynischen Scheckheft-Politik, die sie im Umgang mit dem blutigen Konflikt vor ihrer Haustür pflegen. Es ist kein Geheimnis, dass aus den konservativen Golfstaaten Geld an radikale sunnitische Gruppen fließt, die das mit dem schiitischen Iran verbündete Regime von Syriens Herrscher Baschar al Assad bekämpfen. Vermutlich hat auch der "Islamische Staat" zeitweilig von den Petro-Dollars profitiert. Die reichen Golfstaaten stecken also mittendrin im syrischen Bürgerkrieg. Nur mit seinen Folgen, mit dem menschlichenLeid wollen sie nichts zu tun haben. Von Matthias Beermann

Gönnerhaft überweisen die Scheichs gelegentlich ein paar Millionen an kleine arabische Staaten wie Jordanien oder Libanon, die bereits Hunderttausende Vertriebene aufgenommen haben. Aber selbst lassen sie keine Flüchtlinge ins Land, aus Angst vor dem Import von Terrorismus. Die reichsten Araber lassen ihre Glaubensbrüder im Stich. Es ist beschämend.

Quelle: RP
 
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