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NPD-Aufmarsch für "Rückgabe der Ostgebiete" in Erfurt: Großaufgebot der Polizei / 20 Festnahmen

zuletzt aktualisiert: 27.02.2000 - 12:48

Erfurt (dpa). Etwa 500 Neonazis sind Samstag in Erfurt für die "Rückgabe der deutschen Ostgebiete und des Sudetenlandes" auf die Straße gegangen. Mit einem Großaufgebot verhinderte die Polizei größere Zusammenstöße von 150 linken Gegendemonstranten mit den Rechtsradikalen. 20 Personen wurden vorläufig festgenommen. Gegen zehn wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet, weil sie Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen gezeigt hatten, berichteten die Behörden.

Auf dem Domplatz versammelten sich auch Hunderte von Skinheads mit Fahnen der rechtsextremistischen NPD. Nach Polizeiangaben waren sie auch aus Bayern, Hessen und Sachsen-Anhalt angereist. Der innenpolitische Sprecher der PDS-Fraktion in Thüringen, Steffen Dittes, sprach von einer "Allianz zwischen Rechtsextremisten und Revanchisten".

Jugendliche aus der linken Szene versuchten, den Aufmarsch der Rechtsextremisten mit einer Straßenblockade zu verhindern. Wie die Polizei berichtete, warfen die Gegendemonstranten Steine, Farbbeutel, Mehltüten sowie Senfbecher und trafen dabei auch Polizisten.

Mit einem Großeinsatz hat am Samstag die Polizei im unterfränkischen Hammelburg größere Zusammenstöße zwischen Teilnehmern einer NPD-Kundgebung und linken Gegendemonstranten verhindert. Die Polizei sei eingeschritten, als rund 50 in der Stadt versammelten Demonstranten zum Veranstaltungsort der NPD aufbrechen wollten. Dabei sei es zu kleineren Auseinandersetzungen gekommen, berichtete ein Sprecher. Fünf Personen wurden wegen Körperverletzung und Landfriedensbruch festgenommen, drei wegen der Beschädigung von Fahrzeugen vermeintlicher NPD-Sympathisanten.

Im uckermärkischen Dedelow löste die Polizei ein Treffen von rund 100 rechten Jugendlichen auf. Einige Jugendliche widersetzen sich nach Angaben der Behörden, schrieen "Heil Hitler" und leisteten Widerstand.

Quelle: RPO Archiv

 
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