kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Fortschrittsberichte der EU-Kommission:: Gute Noten für Ungarn, Polen und Estland

zuletzt aktualisiert: 08.11.2000 - 17:31

Brüssel (dpa). Die drei Länder Ungarn, Polen und Estland halten die Spitzenposition bei der wirtschaftlichen Vorbereitung auf die EU- Mitgliedschaft. Wie aus den am Mittwoch in Brüssel veröffentlichten Fortschrittsberichten der EU-Kommission hervorgeht, bekommen auch Tschechien und Slowenien gute Noten. Bulgarien, Rumänien und die Türkei erfüllen nach der Bewertung keines der beiden Kriterien - funktionierende Marktwirtschaft und Wettbewerbsfähigkeit.

Kommissionspräsident Romano Prodi sagte vor dem Europaparlament in Brüssel, dass man bei den Verhandlungen weitgehend im Zeitplan sei. "Es muss möglich sein, die Verhandlungen bis Ende 2002 abzuschließen." In keinem Fall dürfe die Erweiterung zur Spaltung oder Trennung in den Mitgliedstaaten der EU führen. Deshalb habe die Kommission einen Fahrplan für den Abschluss der Verhandlungen bis Ende 2002 fertig gestellt.

Der deutsche Erweiterungskommissar Günter Verheugen sprach von einem Vorschlag der Kommission, "klare Verpflichtungen zu schaffen, bis zu welchem Zeitpunkt welche Themen behandelt" werden sollten. "Das gibt allen die Gelegenheit, ihre Bemühungen zum Erreichen der Ziele zu verstärken".

Prodi nannte als Zeitplan der Verhandlungen für die erste Hälfte 2001 unter anderem das Thema Binnenmarkt mit der Freizügigkeit für Waren, Kapital und Dienstleistungen. Im 2. Halbjahr 2001 sollte dann über die Kapitel Energie, Verkehr und Wettbewerb beraten werden. "Das bedeutet eine wesentlich klarere Perspektive, denn wir haben nicht alle Zeit der Welt zur Verfügung", sagte Verheugen. Insgesamt müssen die beitrittswilligen Länder den EU-Rechtsrahmen übernehmen.

Ein Kommissionssprecher hatte zuvor Medienberichte zurückgewiesen, dass es bei den Verhandlungen über die Erweiterung Verzögerungen gebe. Die Kommission wolle die Verhandlungen sogar noch beschleunigen. Im Laufe des Jahres 2002 sollen die Verhandlungen mit einer ersten Gruppe der insgesamt 13 Beitrittskandidaten abgeschlossen sein. Nach den anschließenden Ratifizierungen könnten dann die ersten Länder im Jahr 2004 neue EU-Mitglieder werden. Weiterhin will die EU-Kommission aber kein festes Enddatum nennen.

Laut den Fortschrittsberichten sind in den vergangenen zwölf Monaten die demokratischen und rechtsstaatlichen Strukturen in allen Kandidatenländern weiter gestärkt worden. Bei den meisten Ländern wird Sorge über verbreitete Korruption geäußert. Beim Problem des Frauen- und Kinderhandels werden durchgreifende Maßnahmen verlangt. Auch sei es weiterhin erforderlich, die Lage der Roma zu verbessern. In Rumänien habe sich die Lage von rund 100 000 Waisenkindern trotz EU-Hilfen nicht wesentlich verbessert.

Die Türkei, die zwar Beitrittskandidat ist, aber mit der noch keine Verhandlungen geführt werden, erfüllt nach Einschätzung der Kommission die politischen Aufnahmebedingungen immer noch nicht. Brüssel verlangt weitere Fortschritte bei den Menschenrechten, bei den Minderheitsrechten, die Abschaffung der Todesstrafe und der Folter sowie die Unterordnung des Militärs unter demokratische Kontrolle.

Der Ausnahmezustand in den verbleibenden vier Provinzen im Südosten der Türkei soll aufgehoben werden. Zusätzlich zu dem Fortschrittsbericht für die Türkei legte die Kommission noch einen Vorschlag für eine "Beitrittspartnerschaft" mit Ankara vor. Das Dokument enthält kurz- und mittelfristige Prioritäten und Reformforderungen.

Verheugen wies auf die Vorteile hin, die die alten und neuen EU- Staaten von der Erweiterung haben. "Die Erweiterung zahlt sich jetzt schon aus." Schon jetzt sei die EU der wichtigste Handelspartner der 13 Bewerberländer. Der Gesamtwert des Handels habe sich zwischen 1993 und 1999 auf 210 Milliarden Euro fast verdreifacht.

Verheugen betonte, dass es sich bei den Berichten um eine "objektive Basis für politische Entscheidungen" handele. Es habe Versuche der Einflussnahme auf diese Berichte gegeben. "Diese habe ich natürlich zurückgewiesen", sagte der Kommissar.

Quelle: RPO Archiv

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Rot-Grün sucht Datteln-Kompromiss

Zukunft des umstrittenen Kohlekraftwerks

Rot-Grün sucht Datteln-Kompromiss

Die Zukunft des umstrittenen Kohlekraftwerks in Datteln gehört zu den wichtigsten Streitpunkten in den Koalitionsverhandlungen von SPD und G ... mehr 

Joachim Gauck – Israels kritischer Freund

Bundespräsident auf Staatsbesuch

Joachim Gauck – Israels kritischer Freund

Der Bundespräsident hinterlässt bei seinem ersten Staatsbesuch in Israel seine eigene Handschrift. Der Empfang durch Präsident Schimon Peres ... mehr 

Mehr Politik
Aus der Region

Zukunft des umstrittenen Kohlekraftwerks

Rot-Grün sucht Datteln-Kompromiss

Bundespräsident auf Staatsbesuch

Joachim Gauck – Israels kritischer Freund

Drohender Verzug bei Bergung der Abfälle

Altmaier besucht Atommülllager Asse

US-Präsident bestimmt Ziele der Drohnenangriffe

Obama wacht persönlich über "Todesliste"

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

V.I.P Duisburg:"Der Checker" - von Vivien Daberkow

Sie kennen es mittlerweile alle. Casting-Shows gibt es noch und nöcher. Die Teilnehmer überschwemmen in der Hoffnung auf den ganz ... mehr 

Politik ist langweilig? Vergessen Sie's!

reichstag berlin kuppel DDP 2005-0801

Politik ist Drama, Komödie und gelegentlich großes Kino. Aus Berlin schauen unsere Korrespondenten auf das Geschehen.

Top-Services