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Trauerfeier für getöteten Soldaten: Guttenberg fordert Ehrlichkeit bei Afghanistan-Einsatz

zuletzt aktualisiert: 15.10.2010 - 16:44

Selsingen (RPO). Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat einen "offenen und ehrlichen" Umgang mit den Gefahren des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr gefordert. Dieser sei ein Krieg, und auch er habe die "damit verbundenen Gefahren und Risiken beim Namen zu nennen", sagte zu Guttenberg am Freitag in Selsingen bei der Trauerfeier für den in der vergangenen Woche bei einem Selbstmordanschlag getöteten Bundeswehrsoldaten.

Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg bei der Trauerfeier für den in Afghanistan gefallenen Soldaten.  Foto: dapd, dapd
Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg bei der Trauerfeier für den in Afghanistan gefallenen Soldaten. Foto: dapd, dapd

Zugleich bekräftige der Minister seine Entschlossenheit, den Einsatz in Afghanistan fortzuführen. Die Sicherheit des Landes sei auch für Deutschland "maßgeblich". Der dort erlebte "Wahnsinn" aus Gewalt dürfe niemals "seinen schrecklichen Siegeszug um die Welt" antreten, sagte er. Soldaten, die dort im Einsatz seien, bräuchten die Unterstützung und Förderung der Gesellschaft.

Bei der Trauerfeier in der Kirche von Selsingen nahmen hunderte Angehörige, Freunde, Bundeswehrangehörige und Politiker Abschied von dem am vergangenen Donnerstag gestorbenen Oberfeldwebel Florian P.. Der 26-jährige Sanitätssoldat war bei einem Selbstmordanschlag in der nordafghanischen Provinz Baghlan getötet worden. 14 weitere Bundeswehrsoldaten wurden bei der Bombenexplosion und dem anschließenden Gefecht mit Aufständischen verletzt. P. ist der 27. deutsche Soldat, der seit Beginn des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr im Januar 2002 bei Kämpfen, Anschlägen oder Minenexplosionen starb.

"Er ist für unser Land gefallen, und ich verneige mich in großer Anerkennung und Dankbarkeit", sagte Guttenberg in seiner Ansprache. Die Einheit von Florian P., das Fallschirmjägerbataillon 313, ist ganz in der Nähe von Selsingen in Seedorf stationiert. An der Trauerfeier nahmen auch SPD-Chef Sigmar Gabriel, Bundeswehr-Generalinspekteur Volker Wieker und der niedersächsische Ministerpräsident David McAllister (CDU) teil.

Für Guttenberg war es das zweite Mal innerhalb eines knappen halben Jahres, dass er zu einer Trauerfeier für getötete Soldaten nach Selsingen kommen musste. Am 9. April waren in der Kirche des Ortes drei Fallschirmjäger geehrt worden, die Ostern bei einem Feuergefecht in Afghanistan getötet worden waren. Auch sie waren in der Kasernen in Seedorf stationiert.

Quelle: AFP

 
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