Hans-Lothar Domröse beim feierlichen Kommandowechsel in Brunssum: Der Viersterne-General ist nur Deutschlands ranghöchster Nato-Kommandeur.
Das Musikkorps der Bundeswehr aus Siegburg begrüßte die internationalen Gäste mit „Des großen Kurfürsten Reitermarsch“. Deutschland stellte auch das von Staatsempfängen bekannte Wachbataillon als Ehrenformation für die Veranstaltung.
Viele Uniformen, aber keineswegs einheitlich: Das Hauptquartier des Allied Joint Force Command in Brunssum (Niederlande), das unmittelbar an der deutschen Grenze gegenüber Geilenkirchen liegt, umfasst inklusive der Familienangehörigen rund 5000 Menschen aus 30 verschiedenen Nationen.
Dem Musikkorps der Bundeswehr gehören auch Frauen an. Gespielt wird gerade der US-Marsch „Anchors aweigh“ (Die Anker gelichtet), die inoffizielle Hymne der United States Navy als Referenz an den anwesenden Nato-Oberbefehlshaber, Admiral James Stavridis.
Zu den ranghohen Gästen aus vielen Nationen gehörte auch General John Allen (Mitte, hier mit einem Adjutanten). Allen wird vermutlich demnächst doch neuer Nato-Oberbefehlshaber Europa. Die Ernennung war ins Stocken geraten, weil US-Präsident Barack Obama eine Untersuchung angeordnet hatte. Allen hatte aus dem Afghanistan-Einsatz angeblich „unangemessene“ E-Mails an eine verheiratete Frau geschrieben, was im Zusammenhang mit dem Sex-Skandal um den Ex-General und CIA-Chef David Petraeus bekannt geworden war.
Die Fahnen der Afghanistan-Schutztruppe ISAF, des Joint Force Commands und der Schnellen Eingreiftruppe NRF des Bündnisses (von links) werden der Marschformation von britischen, amerikanischen, französischen und kanadischen Soldaten vorangetragen. ISAF und NRF unterstehen dem Stab in Brunssum.
Ungewöhnlich herzlich verabschiedet der amtierende Nato-Oberbefehlshaber, der amerikanische Admiral James Stavridis, den scheidenden Befehlshaber des Joint Force Commands, General Wolf-Dieter Langheld.
Einen rassigen Sportwagen hatten General Langhelds Soldaten heimlich besorgt, um ihren Boss stilecht zum letzten Mal aus dem Hauptquartier fahren zu können. Doch der scheidende General setzte sich kurzerhand selbst ans Steuer und brauste davon – und hatte die Lacher auf seiner Seite. Admiral Stavridis betonte vor den Gästen augenzwinkend, der Wagen gehöre leider nicht zum Fahrpark der Nato und sei auch nicht vom Bündnis gemietet worden. Man müsse ja sparsam sein.