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Persönlich
Henriette Reker will die Kölner OB-Amtskette

Persönlich: Henriette Reker will die Kölner OB-Amtskette
FOTO: dpa, mb cul ve lre
Köln. Sie wirkt so sanft und beinahe zerbrechlich, dass man ihr den Herkules-Job kaum zutrauen mag. Doch Henriette Reker (58) will Nachfolgerin des Kölner Oberbürgermeisters Jürgen Roters (SPD) werden. Das bedeutet: eine Verwaltung mit 17.000 Mitarbeitern führen. Von Detlev Hüwel

In Köln bedeutet das auch: sie vom Negativ-Image zu befreien. Reker weiß um den angeschlagenen Ruf der Stadtverwaltung, die - wie sie sagt - "parteipolitisch gesteuert" werde, obwohl die SPD in der Domstadt bei unter 30 Prozent liege. Zwar ist Reker seit 2010 Beigeordnete für Soziales, Integration und Umwelt und damit führendes Mitglied dieser Verwaltung. Doch sie fühlt sich eingeengt und "hätte gern mehr getan für die Umwelt"- wenn es nach ihr gegangen wäre.

Reker wäre die erste Oberbürgermeisterin

Dass sich über acht Prozent der Beschäftigten in der Verwaltung krankgemeldet hätten, sei "sehr viel und wohl ein Zeichen, dass sich die Mitarbeiter nicht wohlfühlen". Als (erste) Oberbürgermeisterein von Köln will sie motivieren und Strukturen ändern, will mehr Transparenz und klare Zuständigkeiten schaffen. Auch will sie die "Beteiligungskultur" fördern: Die Bürger müssten stärker in Projekte einbezogen werden, noch bevor damit begonnen werde. Zudem sollten die Kinder und Jugendlichen mehr Mitsprachemöglichkeiten erhalten.

Die gebürtige Kölnerin Reker ist Juristin und war von dem damaligen CDU-OB Oliver Wittke 2000 als Dezernentin nach Gelsenkirchen geholt worden. Die Grünen, denen die parteilose OB-Kandidatin deutlich zugeneigt ist, holten sie später zurück in ihre Heimatstadt. Im Wahlkampf wird Reker nicht nur von ihnen, sondern auch von CDU, FDP und den Freien Wählern unterstützt. Der CDU kommt es vor allem darauf an, am 18. Oktober den SPD-Kandidaten Jochen Ott zu verhindern.

Henriette Reker wohnt im Stadtteil Lindenthal, schwimmt gern und ist mit einem Golflehrer verheiratet. Kinder, so sagt sie, "habe ich leider nicht".

Quelle: RP
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