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Autobombe ist explodiert: Hochrangiger Geheimoffizier getötet

zuletzt aktualisiert: 01.09.2001 - 14:58

Gaza/Jerusalem/Alexandria (rpo). Am Samstag ist in Gaza-Stadt ein hochrangiger palästinensicher Geheimoffizier durch eine Autobombe getötet worden. Sein Leibwächter wurde bei der Explosion der an ihrem Fahrzeug angebrachten Bombe schwer verletzt. Palästinensische Geheimdienstkreise warfen Israel vor, die Autobombe ferngezündet und den 42-jährigen Oberst Taysir Chatab gezielt getötet zu haben.

Oberst Chatab, Büroleiter des Geheimdienstchefs im Gazastreifen, Amin el Hindi, war gemeinsam mit zwei Palästinensern in seinem Fahrzeug unterwegs zur Arbeit im Norden des Gazastreifens, als sich in dem Auto die Explosion ereignete. Sein Leibwächter wurde dabei schwer verletzt, ein dritter Palästinenser erlitt leichte Verletzungen. In einer Stellungnahme des Büro von Hindi hieß es, die Explosion sei "ein hässlicher Akt der Aggression von Seiten Israels". Ein Sprecher der palästinensischen Polizei in Gaza sagte, der Vorfall werde weiter untersucht.

Im Bemühen um eine Beilegung der seit knapp einem Jahr andauernden Gewalt in den Palästinensergebieten empfing unterdessen der ägyptische Präsident Husni Mubarak am Samstag in der Hafenstadt Alexandria den jordanischen König Abdullah II. Beide gingen nach dem Gespräch auseinander, ohne vor die Presse zu treten.

Vor der Unterredung hatte sich Mubarak telefonisch mit dem saudischen Kronprinzen Abdullah Ibn Abdelasis und dem syrischen Präsidenten Baschar el Assad über die Nahost-Krise beraten. Mubarak hatte in der vergangenen Woche dem israelischen Außenminister Schimon Peres seine Verärgerung über die Eskalation der Gewalt in den Palästinensergebieten ausgedrückt und Israel die Schuld dafür angelastet.

Seit Beginn der Intifada vor knapp einem Jahr hat Israel nach palästinensischen Angaben mehr als 60 mutmaßliche palästinensische Militante im Gazastreifen und Westjordanland getötet. Israel rechtfertigt die Liquidierungen als "Politik der Selbstverteidigung" gegen Militante, die Anschläge in Israel vorbereiteten.

Der Beauftragte der Europäischen Union für die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, Javier Solana, reist Anfang der Woche erneut in den Nahen Osten, um sich für ein Ende der Feindseligkeiten einzusetzen. Solana wird von Sonntag bis Mittwoch Israel, die palästinensischen Autonomiegebiete, Jordanien und Ägypten besuchen. Der EU-Gesandte, der für die Verwirklichung der Waffenruhe und eine Wiederaufnahme des Dialogs werben will, wird mit dem israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon, Außenminister Schimon Peres sowie Palästinenserpräsident Jassir Arafat zusammentreffen.

Quelle: RPO Archiv

 
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