Eichmanns Gefängnis-Tagebücher:: Holocaust größtes Verbrechen
zuletzt aktualisiert: 01.03.2000 - 11:11Jerusalem (dpa). Der 1962 in Israel wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit hingerichtete NS-Kriegsverbrecher Adolf Eichmann (Foto von 1961) hat den Holocaust als "das größte Verbrechen in der Geschichte der Menschheit" bezeichnet. Dies geht aus seinen Gefängnis-Tagebüchern hervor, die jetzt vom israelischen National-Archiv der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden sind.
Eichmann war 1961 vom israelischen Geheimdienst aus Argentinien nach Israel entführt worden. Er hatte das Tagebuch während seiner Untersuchungshaft geschrieben.
Eichmann, der für die Nationalsozialisten die Massentransporte von Juden in osteuropäische Vernichtungslager organisiert hatte, bezeichnet sich in seinen Memoiren als "kleines Schräubchen in der riesigen Vernichtungsmaschine" der Nazis". Auf den etwa 1 200 eng beschriebenen Seiten der Tagebücher wiederholt Eichmann immer wieder, er habe lediglich Befehle seiner Vorgesetzten befolgt.
Eichmann war unter anderem für die Organisation der berüchtigten Berliner Wannsee-Konferenz zuständig. Dabei hatten Spitzenvertreter der obersten Dienststellen des Deutschen Reiches und der Nationalsozialistischen Partei am 20. Januar 1942 zur "Endlösung der Juden-Frage" Maßnahmen zur Vernichtung von mehr als elf Millionen Juden in Europa festgelegt.
Der israelische Generalstaatsanwalt hatte am Sonntag entschieden, die Aufzeichnungen Eichmanns der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Tagebücher lagen seit der Hinrichtung Eichmanns in den israelischen Archiven unter Verschluss.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport,
Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder,
Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.

