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Horst Köhler ist überraschend von seinem Amt als Staatsoberhaupt zurückgetreten. Als er 2004 seine erste Amtszeit antrat war er der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Doch der frühere Chef des Internationalen Währungsfonds gelangte relativ rasch zu großer Popularität. Die wichtigsten Stationen seiner Zeit als Staatsoberhaupt:
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23. Mai 2004:
Die Bundesversammlung wählt Köhler im ersten Wahlgang zum neunten Bundespräsidenten.
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Juli 2004:
Sein erster Auslandsbesuch führt Köhler in sein Geburtsland Polen. Dort distanziert er sich klar von Entschädigungsforderungen deutscher Alteigentümer und Vertriebener, die in Polen für Aufregung sorgten.
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September 2004:
Mit seiner Aufforderung an die Deutschen, sich mit den unterschiedlichen Lebensverhältnissen in Ost und West abzufinden, löst Köhler eine Kontroverse aus.
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Dezember 2004:
Köhler besucht bei seiner ersten großen Auslandsreise die afrikanischen Länder Sierra Leone, Benin, Äthiopien und Dschibuti.
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Februar 2005:
Köhler reist zu einem Staatsbesuch nach Israel. Vor der Knesset hält er eine auf Hebräisch eingeleitete Rede.
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21. Juli 2005:
Köhler gibt nach der von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) inszenierten Niederlage bei der Vertrauensfrage am 1. Juli im Bundestag seine Zustimmung zur Auflösung des Parlaments und setzt Neuwahlen für den 18. September an. In einer Fernsehansprache begründet er seine Entscheidung mit den gewaltigen Aufgaben, vor denen das Land stehe. Dazu verweist er unter anderem auf die hohe Arbeitslosigkeit und die Haushaltslage.
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21. September 2006:
Köhler hält seine 1. Berliner Rede zum Thema Bildung. Er fordert in einer Hauptschule in Berlin-Neukölln mehr Geld für die Bildung. 24. Oktober 2006: Köhler verweigert dem Gesetz zur Privatisierung der Deutschen Flugsicherung die Unterschrift. Das Gesetz kann somit nicht in Kraft treten.
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24. Oktober 2006:
Köhler entscheidet nach monatelanger Prüfung, die vom Bundestag beschlossene Privatisierung der Deutschen Flugsicherung wegen Verfassungsbedenken nicht auszufertigen. Bis dahin hatten Bundespräsidenten erst in sechs Fällen das Inkrafttreten von Gesetzen verhindert.
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8. Dezember 2006:
Köhler unterschreibt auch das Gesetz zur Verbraucherinformation nicht, da es gegen die Aufteilung der Kompetenzen zwischen Bund und Ländern verstoße.
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7. Mai 2007:
Das Gnadengesuch von Christian Klar lehnt Köhler nach einer Begegnung mit dem ehemaligen RAF-Terroristen ab.
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22. Mai 2008:
Köhler gibt seine Kandidatur für eine zweite Amtszeit bekannt.
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17. Juni 2008:
In seiner 3. Berliner Rede spricht er über die Notwendigkeit einer "Agenda 2020" und nennt "Arbeit, Bildung und Integration" als wichtigste Ziele für Deutschland.
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10. Oktober 2008:
In einem Interview fordert Köhler, "hemmungsloser Gier" bei Managern einen Riegel vorzuschieben.
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24. März 2009:
In seiner 4. Berliner Rede kritisiert Köhler die "schrankenlose Freiheit" der Finanzmärkte und warnt die Koalition im Wahljahr vor "Schaukämpfen". Auch vor einer Bundestagswahl gebe es "keine Beurlaubung von der Regierungsverantwortung".
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26. April 2009:
In der Debatte um soziale Unruhen als mögliche Folge der Wirtschaftskrise warnt Köhler vor Panikmache.
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23. Mai 2009:
Mit 613 von 1223 Stimmen wird Köhler zwar mit äußerst knapper Mehrheit, aber im ersten Wahlgang wiedergewählt.
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24. Mai 2009:
Horst Köhler macht einen erneuten Vorstoß für mehr Demokratie. Er will die Bürger stärker in die politischen Entscheidungen einbinden. Als mögliche Maßnahmen nannte der Bundespräsident eine Direktwahl des Staatsoberhauptes, Volksinitiativen auf Bundesebene oder Mitspracherechte der Bürger bei Verfassungsänderungen.
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21. Mai 2010: Köhler besucht auf dem Rückweg von seiner China-Reise überraschend erstmals deutsche Soldaten in Afghanistan. Für Irritationen sorgte er bei der Truppe mit einer Bemerkung, die offenbar als Zweifel am Siegeswillen aufgefasst worden war. Für ein weiteres Missverständnis sorgte Köhler mit einem Rundfunkinterview, in der auf wirtschaftliche Gründe für Bundeswehreinsätze hinwies. Harsche Kritik war die Folge.
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31. Mai 2010: Köhler erklärt überraschend seinen sofortigen Rücktritt und begründet dies mit fehlendem Respekt gegenüber seinem Amt.