Private Konkurrenz bei Jobvermittlung gefordert: Hundt sieht das Ende der Arbeitsämter
zuletzt aktualisiert: 18.02.2002 - 13:24Frankfurt/Main (rpo). Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt kann sich vorstellen, die Arbeitsämter komplett abzuschaffen - wenn sie sich gegen die privaten Arbeitsvermittler nicht durchsetzen können, die jetzt verstärkt den Markt beleben sollen.
Nach einer Probephase sei dann zu entscheiden, ob die Vermittlung über die Arbeitsverwaltung nicht ganz abgeschafft werden könne, sagte Hundt am Montag im Deutschlandfunk. Es müsse dabei jedoch sichergestellt werden, dass die Privaten nicht nur leicht vermittelbare und hoch qualifizierte Kräfte betreuten, sondern auch gering Qualifizierte und Ältere.
Hundt betonte, die Vermittlung sei "nicht die alleinige und entscheidende Problematik" auf dem Arbeitsmarkt, der insgesamt unter starker Bürokratisierung leide. So gebe es zu viel Arbeitsförderungs- und Strukturanpassungsmaßnahmen. Für die geschönten Statistiken seien "im Endeffekt" der Präsident der Bundesanstalt für Arbeit, Bernhard Jagoda, und Arbeitsminister Walter Riester verantwortlich.
Der Vorsitzende des Vorstands der Bundesanstalt für Arbeit, Christoph Kannengießer, forderte Riester auf, das öffentliche Verwirrspiel über die Frage einzustellen, ob er selbst oder der Vorstand die korrekte Führung der Vermittlungsstatistik zu beaufsichtigen habe. Im "Handelsblatt" sagte Kannengießer, das Gesetz sehe die Aufsichtspflicht eindeutig beim Arbeitsministerium. Wenn Riester sich weiter weigere, seine Verantwortung anzuerkennen, habe er ein Problem.
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