"Münchner Merkur" kündigt Mega-Fusion an: HypoVereinsbank und Dresdner Bank vor dem Zusammenschluss
zuletzt aktualisiert: 04.01.2000München (dpa). Die HypoVereinsbank und die Dresdner Bank stehen nach Informationen des "Münchner Merkur" möglicherweise unmittelbar vor einer Fusion. Bereits im Dezember habe es bei einer Verhandlungsrunde in Berlin den entscheidenden Durchbruch gegeben, berichtet die Zeitung in ihrer Mittwochausgabe.
Eine Sprecherin der Bank sagte dagegen der dpa: "Uns ist von Verhandlungen in Berlin nichts bekannt". Das Gerücht über eine Fusion mit der Dresdner Bank habe das Kreditinstitut "schon das ganze vergangene Jahr über begleitet".
Nach Einschätzung des "Münchner Merkur" könnte der Zusammenschluss womöglich noch im Januar verkündet werden. Die Zeitung beruft sich auf "gut unterrichtete Kreise". Mitglieder der Aufsichtsräte beider Banken hätten der Zusammenlegung von Geschäftsaktivitäten bereits zugestimmt.
An den Märkten wurde schon seit längerem über einen Zusammenschluss zwischen den beiden Geldhäusern spekuliert. Als treibende Kraft wird dabei der Allianz-Konzern gesehen, der an beiden Banken maßgeblich beteiligt ist. Bei der HypoVereinsbank hieß es dazu,stets das Zusammengehen mit der Dresdner Bank sei nur eine Option von vielen.
Die HypoVereinsbank war im Herbst 1998 aus dem Zusammenschluss der Bayerischen Vereinsbank mit der Hypo-Bank hervorgegangen. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung im Zuge der milliardenschweren Immobilienaffäre hatte Vorstandssprecher Albrecht Schmidt im Dezember gesagt: "Die Zeit der großen, einfachen und zumeist einseitig kostengetriebenen Fusionen geht langsam zu Ende." Die Haltung der Banken sei "nach den nicht überall positiven Erfahrungen weltweit realistischer, um nicht zu sagen kritischer geworden". Entscheidend sei künftig der Ausbau der europäischen Positionierung durch "grenzüberschreitende Transaktionen".
Der Aufsichtsratschef der Bayerischen Hypo- und Vereinsbank AG (München), Kurt Viermetz, sagte dagegen dem "Handelsblatt", die Zahl der Kreditinstitute in Europa werde sich noch weiter deutlich verringern. Ob die deutschen Kreditinstitute im europaweiten Konsolidierungsprozess zu den Aufkäufern oder zu den Übernahmekandidaten gehören werden, darüber entscheide allein die Profitabilität.
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