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Berlin
Im Eierskandal ermittelt nun Justiz

Berlin. Niedersächsische Eierbetriebe sollen gegen Vorschriften verstoßen haben.

Der Skandal um mit Fipronil belastete Eier beschäftigt nun auch die Justiz in Deutschland. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg habe gegen niedersächsische Landwirte ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, sagte eine Sprecherin. Es bestehe der Verdacht, dass sie gegen das Lebensmittel- und Futtermittelgesetz verstoßen haben. Betroffen seien die Verantwortlichen niedersächsischer Eierbetriebe, in denen Eier positiv auf das Insektizid Fipronil getestet wurden.

Bislang waren Ermittlungsverfahren in Belgien und den Niederlanden bekannt. In Belgien wurde Kritik am Vorgehen der nationalen Lebensmittelbehörde laut. Der belgische Landwirtschaftsminister Denis Ducarme äußerte Unverständnis darüber, dass die Behörde die Ergebnisse nicht weitergab. Laufende Ermittlungen der Staatsanwaltschaft seien kein Argument, um solche Informationen geheimzuhalten, kritisierte Ducarme.

Bislang ist von drei Legehennenbetrieben im niedersächsischen Landkreis Grafschaft Bentheim bekannt, dass ihre Eier mit Fipronil belastet waren. Hinzugekommen ist inzwischen ein Betrieb mit 25.000 Legehennen im Landkreis Leer. Alle Betriebe wurden gesperrt.

Zudem wurde bekannt, dass auch im Saarland Fipronil-belastete Eier in den Handel gelangt sind. Mit Ausnahme Sachsens sind damit alle Bundesländer betroffen. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) sagte, er habe ein "Monitoring" für Eierprodukte wie Nudeln und Mayonnaise angeordnet. Ingmar Streese vom Bundesverband der Verbraucherzentralen nahm Schmidt in die Pflicht: "Das Ministerium sollte dafür sorgen, dass die Bundesbehörden konkrete und einheitliche Handlungsempfehlungen für Verbraucher aussprechen." Fipronil soll vor Flöhen, Läusen und Zecken schützen. Es darf in der EU nicht bei Tieren verwendet werden, die Lebensmittel liefern.

Quelle: RP
 
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