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Kampf gegen Maul- und Klauenseuche: Impfung wenig hilfreich

zuletzt aktualisiert: 26.02.2001 - 12:39

Wusterhausen (dpa). Eine Impfung gegen die sich in Großbritannien ausbreitende Maul- und Klauenseuche (MKS) ist zwar möglich, bietet aber nur wenig Schutz gegen das höchst ansteckende Virus. Es gebe mehr als 60 verschiedene Subtypen des Erregers, sagte Matthias Kramer von der Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere in Wusterhausen. Tiere ließen sich nicht einfach mit einem "Cocktail" gegen alle diese Arten immunisieren. Daher habe die EU die auch wirtschaftlich fragwürdige vorbeugende Impfung 1991 eingestellt. Das sagte Kramer am Montag in einem dpa-Gespräch.

Zur Tötung tausender Tiere in Großbritannien gebe es keine wirkliche Alternative. "Wenn diese Methode Erfolg hat, ist sie das schnellste Verfahren, so archaisch es auch aussieht", berichtete der stellvertretende Leiter des Instituts für Epidemiologie.

Für akute Notfälle gibt es in Deutschland bei der Bayer AG (Leverkusen) einen Vorrat von zwölf verschiedenen MKS-Impfstoffen, von denen jeweils 100 000 Einheiten sofort zur Verfügung stehen. Diese kämen aber nur zum Einsatz, wenn das Virus in dicht mit Vieh bestandenen Gebieten "einschlage" und mit "allen Mitteln eingedämmt" werden müsse. Auch in Großbritannien gebe es eine solche Impfstoffbank, berichtete Kramer. Trotzdem töteten die britischen Behörden die befallenen Bestände auf der Suche nach dem Ursprungsort ("tracing back") rigoros.

Gemäß einer EU-Richtlinie dürfe mit geimpften Tieren auch nicht gehandelt werden. Sie entwickeln in ihrem Blut Antikörper gegen den Impfstoff. Diese Antikörper lassen sich zurzeit nicht von solchen unterscheiden, die im Blut von kranken Tieren zirkulieren. "Man kann nicht zwischen einem geimpften gesunden und einem kranken Tier unterscheiden", sagte der Experte. Außerdem würde durch eine solche Behandlung das Vertrauen ausländischer Handelspartner geschädigt: "Ein Land muss akzeptabel beweisen können, dass es frei von MKS ist."

Bei Mensch, Tier und Pflanzen gebe es keine Krankheit, die sich ähnlich schnell ausbreite. Den Viren stehe auch der Weg durch die Luft offen. "Es gibt außerdem Tiere, die das Virus zwar in sich tragen, aber keine Symptome zeigen", sagte der Experte. Sie seien scheinbar gesund, könnten den Erreger aber ausscheiden.

Quelle: RPO Archiv

 
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