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Wichtiger Sieg für Bushs Energiepolitik: In der Arktis wird nach Öl gebohrt

zuletzt aktualisiert: 02.08.2001 - 12:48

Washington (rpo). Erfolg für George W. Bushs Energiepolitik: Das US-Repräsentantenhaus hat am späten Mittwochabend (Ortszeit) das Bohren nach Erdöl und Erdgas in einem arktischen Naturschutzgebiet in Alaska genehmigt.

Nach zwölfstündiger Debatte stimmten die Abgeordneten am frühen Donnerstagmorgen mit 240 gegen 189 Stimmen für das Gesetzespaket. Die Pläne enthalten Steuererleichterungen für die Energieindustrie in Höhe von 33,5 Milliarden Dollar verteilt auf zehn Jahre. Der Senat will sich im September mit dem Paket befassen.

Die Abstimmung bedeutet einen wichtigen Sieg für die Energiepolitik von Bush. Umstrittenster Teil der Pläne ist die Öl- und Gasförderung im Naturschutzgebiet Arctic National Wildlife Refuge im Nordosten von Alaska, das in einer Küstenebene liegt und Lebensraum für Wandervögel, Karibus und andere Tiere bietet. Unter dem Gebiet werden fünf bis 16 Milliarden Barrel (das Fass zu 159 Liter) Öl vermutet. Mit 223 gegen 203 stimmte die Kongresskammer dagegen, dieses Vorhaben aus dem Energiepaket auszuklammern.

Abgelehnt wurden dagegen die von Demokraten vorgebrachte Forderung, Sportwagen, Minivans und Kleinlastwagen energieeffizienter zu machen. Dies würde nach Ansicht der Opposition jährlich mehr Öl sparen, als in dem Naturschutzgebiet gefördert werden könnte.

Das 510 Seiten starke Gesetzespaket enthält außerdem Steuererleichterungen für die Energieindustrie in Höhe von über 33,5 Milliarden Dollar (74 Milliarden Mark - 38 Milliarden Euro). Demokratische Abgeordnete bemängelten, dass der Großteil davon der Kohle-, Öl- und Atomindustrie zugute kommt.

Energieminister Spencer Abraham sprach nach der Abstimmung von einem "gewaltigen Sieg für Amerika" und einem bedeutenden Schritt zur Lösung der Energieprobleme des Landes. Der demokratische Abgeordnete David Bonior bezeichnete das Naturschutzgebiet dagegen als "eine Kathedrale der Natur", die die Regierung schützen müsse. Er warf der Regierung vor, sich den Interessen der Ölindustrie zu beugen. Der Senat, in dem die Demokraten eine knappe Mehrheit stellen, will sich im September nach der Sommerpause mit dem Gesetzespaket befassen.

Arctic National Wildlife Refuge

Das Arctic National Wildlife Refuge liegt im Nordosten von Alaska und ist das nördlichste Naturschutzgebiet der USA. Die rund 80.000 Quadratkilometer große Zone reicht von der Beaufort-See im Norden bis zum Brooks-Range-Gebirge im Süden und enthält verschiedene Landschaftsräume, darunter Inselketten, Küstenlagunen, Tundra, Nadelwälder und bis zu 2.700 Meter hohe Berge. In dem Areal leben 160 Vogel- und rund 40 Fischarten sowie 36 Land- und neun Wassersäugetierarten - darunter Karibus, Moschusochsen, Bären, Vielfraße und Wale.

1960 wurde das Gebiet vom damaligen Präsidenten Dwight D. Eisenhower unter Schutz gestellt, um das einzigartige Ökosystem zu bewahren. Geologen vermuten unter dem Naturschutzgebiet Ölvorkommen im Umfang von fünf bis 16 Milliarden Barrel (das Fass zu 159 Litern). Pläne, die Öl- und Gasvorkommen auszubeuten, scheiterten wiederholt, unter anderem in den 70er Jahren am damaligen Präsidenten Jimmy Carter, der das Schutzgebiet sogar vergrößerte, und in den 90er Jahren Jahren an Präsident Bill Clinton.

Die in dem Areal lebenden Gwichin-Indianer lehnen die Ölförderung ebenfalls strikt ab. Die gegenwärtige US-Regierung unter George W. Bush befürwortet dagegen die Ausbeutung der Öl- und Gasvorkommen. Erforderlich ist dafür jedoch die Zustimmung des Kongresses. Das Repräsentantenhaus billigte den Plan am Donnerstag.

Quelle: RPO Archiv

 
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