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Inklusion braucht mehr als guten Willen

An der Art, wie eine Gesellschaft mit ihren schwächsten Mitgliedern umgeht, kann man ihren Zivilisationsgrad erkennen. Deshalb ist Inklusion ein Thema, das alle angeht. Und deshalb ist es wahrscheinlich auch richtig, behinderte Schüler überwiegend gemeinsam mit nicht behinderten Schülern zu unterrichten. Nicht nur aus sozialen Gründen. Auch, weil wir im Zeitalter der Globalisierung gar nicht früh genug den Umgang mit Unterschieden erlernen können. Von Thomas Reisener

Es ist ein Verdienst der rot-grünen Landesregierung, diese Aufgabe früher und konsequenter als andere Landesregierungen angepackt zu haben. Aber die unübersehbaren organisatorischen Schwächen bei der Umsetzung machen diesen Verdienst beinahe wieder zunichte. Nun klagen Lehrer ja oft und gerne. Aber in diesem Fall wohl zu Recht: Dass man die schwierige Aufgabe, behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam zu unterrichten, nicht aus dem Stand und mal eben so erfüllen kann, ist einleuchtend. Unter der unzureichenden Vorbereitung der Lehrer leidet nun die Glaubwürdigkeit des gesamten Projekts. Wer die Ansprüche behinderter Kinder ernst nehmen will, muss auch die Ansprüche der Lehrer ernst nehmen, die sie unterrichten sollen.

Quelle: RP
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