Zusammenkunft in Italien unwahrscheinlich: Intensive Bemühungen um Treffen Peres-Arafat
zuletzt aktualisiert: 05.09.2001 - 15:44Jerusalem/Moskau (rpo). In intensiven diplomatischen Verhandlungen haben sich arabische und westliche Politiker darum bemüht, den Gesprächsfaden zwischen Israel und den Palästinensern wieder aufzunehmen.
Beide Konfliktparteien traten am Mittwoch Spekulationen entgegen, der israelische Außenminister Schimon Peres und der palästinensische Präsident Jassir Arafat könnten am Rande einer Wirtschaftskonferenz am Wochenende am Comer See zusammenkommen.
Peres sagte, er ziehe ein Treffen in einem ruhigeren Rahmen vor. Arafats Sprecher Nabil Aburdeneh erklärte, der Termin werde voraussichtlich erst nach dem Gipfel der arabischen Außenminister am Sonntag in Kairo festgelegt.
Sowohl Peres als auch Arafat werden zu der Konferenz am Comer See erwartet. Peres sagte aber im israelischen Rundfunk, eine Unterredung an einem ruhigeren Ort ohne viele Journalisten sei vorzuziehen. Die Vorbereitungen für ein Treffen würden fortgesetzt. Aus palästinensischen Kreisen verlautete, die Zusammenkunft könne kommende Woche in der ägyptischen Stadt Taba stattfinden. Ziel des Treffens ist die Vereinbarung einer Waffenruhe in dem seit fast einem Jahr andauernden palästinensischen Aufstand.
Der Nahost-Konflikt stand auch im Mittelpunkt eines Gesprächs zwischen dem saudiarabischen Außenminister Saud el Faisal und dem libanesischen Präsidenten Emile Lahoud in Beirut. El Faisal, der am Dienstag Syrien, Ägypten und Jordanien besucht hatte, forderte anschließend, Israel müsse zur Einstellung seiner Gewalttaten gegen die Palästinenser bewegt werden.
Der ägyptische Präsident Husni Mubarak, der am Dienstag Arafat und el Faisal empfangen hatte, erörterte die Lage im Nahen Osten am Mittwoch in Alexandria mit dem außenpolitischen Repräsentanten der EU, Javier Solana. Solana hatte am Montag ein Treffen zwischen Peres und zwei ranghohen palästinensischen Vertretern arrangiert.
Allianz würde Friedensprozess stärken
Der italienische Außenminister Renato Ruggiero forderte unterdessen in Moskau die Bildung einer möglichst breiten Allianz, um den Friedensprozess wieder in Gang zu bringen. Die Aussicht auf Frieden werde wachsen, wenn die EU, Russland, die USA, die Vereinten Nationen und die arabischen Staaten zusammenarbeiten würden, sagte Ruggiero laut der Nachrichtenagentur Interfax.
Der ebenfalls in Moskau weilende israelische Ministerpräsident Ariel Scharon wollte sich am Mittwoch überraschend erneut mit dem russischen Außenminister Igor Iwanow treffen. Scharon hatte am Dienstag bei seinen Gesprächen mit Iwanow und Präsident Wladimir Putin die Besorgnis Israels angesichts möglicher russischer Lieferungen von Massenvernichtungswaffen an arabische Staaten, vor allem Iran, geäußert.
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