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Osama bin Laden am Leben: Interpol-Chef warnt vor Terroranschlägen

zuletzt aktualisiert: 08.11.2002 - 15:24

Paris (rpo). Der Chef von Interpol, Ronald K. Noble, warnt vor neuen Terror-Anschlägen durch Bin Ladens Organisation El Kaida. Bei den neuen Angriffen würden auch Länder außerhalb der USA ins Visier genommen, glaubt Noble.

El-Kaida-Terroristenführer Osama bin Laden ist nach Auffassung des Interpol-Chefs Ronald K. Noble am Leben. In einem Interview der französischen Tageszeitung "Le Figaro" (Freitagsausgabe) sagte Noble, "wenn man mir nicht das Gegenteil beweist, gehe ich davon aus, dass Osama bin Laden auf der Flucht ist und sehr wohl lebt". Dem widerspreche auch die angebliche Existenz eines Testaments nicht, das dem Terroristenführer zugeschrieben werde. Noble warnte vor möglichen weiteren weltweiten Terroranschlägen.

Osama bin Laden verfüge weiter über ausreichend finanzielle Mittel, die zwischen 280 und 300 Millionen Dollar (zwischen 276 und 296 Millionen Euro) liegen dürften, sagte Noble. Keineswegs sei sein Vermögen durch die Anschläge vom 11. September aufgezehrt, sondern vielmehr auf viele Länder verteilt.

Nach Informationen mehrerer Geheimdienste plane El Kaida "eine weitere große Terrorattacke mit mehreren Anschlägen, die gleichzeitig nicht nur die USA treffen, sondern auch andere Länder", warnte der Interpol-Chef. Noble ist der erste Amerikaner, der an der Spitze der internationalen Polizeiorganisation steht.

Die Anschläge von Moskau und Bali zeigten erneut, dass sich der Terrorismus weltweit ausgebreitet habe. "Kein Land kann sich sicher fühlen", sagte Noble in dem Zeitungsinterview. "Die Terroristen schlagen zu, wann und wie sie wollen." Weder Kanada, noch Afrika oder Australien können als sichere Zonen angesehen werden." Zwar hätten Frankreich, Italien, Deutschland und Großbritannien bei Polizeiaktionen Erfolg gehabt und einige Terroristenzellen ausgehoben. Auch sei die Zusammenarbeit der Polizeibehörden ausgezeichnet. Aber es bestünde weiter die Gefahr durch viele schlafende Terror-Zellen, die der Polizei nicht bekannt seien.

Quelle: RPO Archiv

 
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