Blair: Wesentlicher Schritt zu dauerhaftem Frieden: IRA ließ geheime Waffenlager kontrollieren
zuletzt aktualisiert: 26.06.2000 - 20:40London (AP). Die erste Kontrolle von zwei geheimem Waffenlagern der nordirischen Untergrundorganisation IRA durch zwei unabhängige Inspektoren ist von Großbritannien und Irland als wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem dauerhaften Frieden gefeiert worden. Der frühere finnische Staatspräsident Martti Ahtisaari und der südafrikanische ANC-Politiker Cyril Ramaphosa erklärten am Montag, die Waffen seien sicher verwahrt und könnten nicht unbemerkt benutzt werden.
In ihrem Bericht an Premierminister Tony Blair gaben sie keinen Hinweis, wo die IRA-Waffen sind und wann sie zu den geheimen Orten gebracht wurden. Unbestätigten Berichten zufolge sollen die Waffen in tiefen Bunkern in Irland liegen. Die Art und Weise wie die IRA mit ihnen zusammengearbeitet habe, habe sie überzeugt, dass die Irisch-Republikanische Armee es ernst mit dem Friedensprozess meine, erklärten Ahtisaari und Ramaphosa. Ihnen sei eine beträchtliche Anzahl von IRA-Waffen inklusive Sprengstoff gezeigt worden. Sie kündigten weitere, regelmäßige Kontrollen an. Die IRA bestätigte die Waffeninspektion in einer Erklärung.
Blair bezeichnete die Waffeninspektion als weiteren wesentlichen Schritt zu einem dauerhaften Frieden; Nordirlandminister Peter Mandelson sprach von einem Wendepunkt. Für den irischen Ministerpräsidenten Bertie Ahern war es ein wichtiger Schub für den Friedensprozess. Blair stellte aber auch klar, dass die Entwaffnung der IRA noch bevorstehe.
Anfang Mai hatte die IRA ihre Bereitschaft erklärt, mit der Entwaffnungskommission zusammenzuarbeiten und Waffenlager von unabhängigen Inspektoren kontrollieren zu lassen. Dies ermöglichte die Wiedereinsetzung der nordirischen Regionalregierung, der London am 30. Mai nach mehrmonatiger Pause die Selbstverwaltung wieder übertrug.
David Trimble, der Führer der größten nordirischen Protestantenpartei Ulster Unionists (UUP) und Erste Minister der nordirischen Regierung, nannte die Inspektion einen wichtigen Schritt. Er hoffe, dass weitere folgten und am Ende die völlige Entwaffnung stehe. Andere Vertreter der nordirischen Protestanten äußerten sich hingegen skeptisch. Die Inspektion eines kleinen Teils des Waffenarsenals sei an sich noch kein Fortschritt, erklärte Jeffrey Donalds, Abgeordneter der UUP.
Gerry Adams, der Vorsitzende der katholischen Sinn Fein - die als politischer Arm der IRA gilt - begrüßte die bemerkenswerte Entwicklung, mit der die IRA Mut bewiesen habe.
Die Bereitschaft der IRA zur Abgabe ihrer Waffen ist entscheidend für den Friedensprozess in Nordirland; der Termin für den Abschluss der Waffenabgabe für alle paramilitärische Gruppen wurde kürzlich bis zum Juni 2001 verlängert. Die erste Allparteienregierung in Nordirland hatte im Dezember vergangenen Jahres die bis dahin 27 Jahre dauernde direkte Herrschaft Großbritanniens in der Provinz beendet. Die Regierung war aber bereits im Februar von London wieder suspendiert worden. Anlass war die Weigerung der IRA, mit der Abgabe ihrer Waffen zu beginnen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum

