Krise in Nordirland: Letzte Appelle an die IRA: IRA soll Entwaffnung einleiten
zuletzt aktualisiert: 31.01.2000Belfast/London (dpa). Protestantische Politiker in Nordirland haben am Montagmorgen noch einmal an die IRA appelliert, ihre Entwaffnung einzuleiten oder wenigstens anzukündigen. Sonst werde die erst vor zwei Monaten gewonnene Autonomie Nordirlands in wenigen Tagen wieder verloren sein, warnte der stellvertretende Chef der protestantischen Ulster Unionisten, John Taylor.
Mit großer Spannung wurde am Montag ein Bericht der internationalen Entwaffnungskommission für Nordirland erwartet. Wenn in diesem Bericht steht, dass die IRA bisher keine Waffen abgegeben hat, wollen sich die Ulster Unionisten aus der katholisch- protestantischen Regionalregierung in Belfast zurückziehen. Die Selbstverwaltung der Provinz wäre dann nach nur zwei Monaten gescheitert, und die britische Regierung würde Nordirland wieder direkt regieren.
Britische Zeitungen berichteten am Montag, dass der Vorsitzende der Entwaffnungskommission, General John de Chastelain, noch bis zum letzten Moment auf ein Einlenken der IRA hoffe. Um der katholischen Untergrundorganisation noch ein paar Stunden mehr Zeit zu geben, wolle er den Bericht erst am Montagabend an die britische und irische Regierung weiterleiten. Erwartet wurde, dass der britische Nordirland-Minister Peter Mandelson die Ergebnisse des Berichts am Dienstag bekannt geben wird.
Möglicherweise wird er dann noch einige Tage lang versuchen, einen Kompromiss zu finden. Die Zeitung "The Guardian" schrieb am Montag: "In den nächsten 24 Stunden kommt die bisher schwerste Krise auf den Friedensprozess zu."
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