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Iraker befreien Stadt aus Händen des IS
Tikrit: Massengrab mit Hunderten Rekruten nach Befreiung entdeckt

Iraks Armee rückt im Kampf gegen IS auf Tikrit vor
Iraks Armee rückt im Kampf gegen IS auf Tikrit vor FOTO: afp, FC/EIS
Tikrit. Die irakischen Streitkräfte haben die Stadt Tikrit aus den Händen der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) befreit. Das erklärte Ministerpräsident Haidar al Abadi gestern nach Angaben der Nachrichtenseite Al Sumaria. Irakische Kräfte hätten Tikrit vollständig unter Kontrolle gebracht. Die irakische Armee hat nach Regierungsangaben in der zurückeroberten Stadt ein Massengrab entdeckt.

In dem kürzlich von der Armee eingenommenen Palastkomplex seien offenbar die Leichen zahlreicher Soldaten verscharrt worden, sagte Innenminister Mohammed al-Ghaban am Mittwoch in Tikrit. "Dieser Ort erinnert uns an diejenigen, die ungerechterweise getötet wurden, er erinnert uns an das Massaker."

Die radikalsunnitischen Extremisten des IS hatten im Juni den nahegelegenen Militärstützpunkt Speicher gestürmt und anschließend hunderte Rekruten hingerichtet. Die meisten Opfer waren Schiiten. In dem Palastkomplex am Ufer des Tigris seien dutzende Pässe gefunden worden, sagte ein Polizist. Die Dokumente gehörten demnach Opfern des Speicher-Massakers sowie anderen Soldaten, die seit dem Vormarsch der Dschihadisten als vermisst galten.

Die IS-Miliz hatte im vergangenem Sommer weite Gebiete im Irak und im benachbarten Syrien unter ihre Kontrolle gebracht und auch die strategisch wichtige Stadt Tikrit erobert. Nach einer groß angelegten Offensive verkündete die iraksiche Armee am Dienstag die Rückeroberung Tikrits. Die Armee habe die "Feiglinge" besiegt und werde die Dschihadisten weiter bekämpfen, bekräftigte Innenminister Al-Ghaban am Mittwoch. Die Tikrit-Offensive gegen den IS gilt als wichtige Etappe auf dem Weg zur Rückeroberung der weiter nördlich gelegenen Metropole Mossul.

(dpa/AFP)
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