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Dublin
Irlands Regierungsbündnis von den Wählern abgestraft

Dublin. Sie sehen wie die großen Verlierer aus. Die Mitte-Links-Partei Fine Gael und ihr Koalitionspartner Labour, die bisher die Regierung in Irland stellten, sind bei den Parlamentswahlen kräftig abgewatscht worden. Fine Gael bleibt mit 25,5 Prozent der Erststimmen zwar noch stärkste Partei, aber das nur knapp vor der Mitte-Rechts-Partei Fianna Fail, die 24,3 Prozent errang. Fine Gael verlor gegenüber dem letzten Wahlergebnis von 2011 mehr als zehn Prozentpunkte an Stimmen. Ihren Regierungspartner Labour traf es noch schlimmer, der um fast 13 Prozentpunkte absackte und jetzt bei nur noch 6,6 Prozent der Erststimmen steht.

Damit ist die bisherige Koalition nicht mehr möglich, die Regierungsbildung schwierig. Premierminister und Fine-Gael-Chef Enda Kenny bezeichnete das Ergebnis als "Enttäuschung". Es gibt zwei Möglichkeiten: Er kann versuchen, mit einer Regenbogenkoalition von Unabhängigen, Labour und Grünen eine Mehrheit von mindestens 79 Abgeordneten im Parlament zu bekommen. Oder er versucht etwas, was auf der Grünen Insel noch nie unternommen wurde: ein Zusammengehen der beiden großen Volksparteien Fine Gael und Fianna Fail. Die Alternative dazu wären Neuwahlen.

(witt)
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