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Hamburg
IS brüstet sich mit Mord an 16-jährigem Hamburger

Hamburg. 24 Stunden täglich liefert die Nachrichtenagentur Amak Schreckensberichte aus den Tiefen des Islamischen Staats. Seit zwei Jahren veröffentlicht Amak regelmäßig Mitteilungen, Bilder und Berichte in mehreren Sprachen, darunter vor allem Arabisch und Englisch. Erst am Wochenende meldete Amak, "ein Soldat des Islamischen Staats" soll für den Mord vor zwei Wochen an einem 16-Jährigen in Hamburg verantwortlich gewesen sein. Der Jugendliche war an der Hamburger Alster von einem Unbekannten mit mehreren Stichen getötet worden. Trotz der angeblichen Bekennerbotschaft des IS-Sprachrohrs Amak bleiben die Ermittlungen bei der Hamburger Mordkommission. Unter Beteiligung des Staatsschutzes gehe man aber auch dem Hinweis auf eine vermeintlich IS-motivierte Tat nach, teilte die Polizei nach einer Beratung mit Vertretern der Innenbehörde, des Verfassungsschutzes und des Staatsschutzes gestern mit. Es werde weiterhin in alle Richtungen ermittelt. Das Motiv für den Angriff sei völlig unklar. Von Susanne Knaul

Anders als in den sozialen Netzwerken, wo die Botschaften der islamischen Terrororganisation ungefiltert und oft brutal übermittelt werden, sind die Meldungen der Amak nüchterner verfasst. Bilder von Hinrichtungen gibt es nicht. Zudem beziehen sich die Verfasser auf Quellen, wie "Sicherheitskreise" oder ähnliche Informanten. "Man muss Amak ernst nehmen", sagt Mordechai Kedar, Experte für Islam und Syrien am Begin-Sadat-Zentrum in Tel Aviv. Amak bedeutet "aus den Tiefen" - damit sei gemeint, dass die Agentur "tief drinstecke", erläutert Kedar. Dennoch ließe sich im Einzelfall nicht immer prüfen, ob die Nachrichten der Wahrheit entsprächen. Auch wenn der Attentäter im Hamburger Fall nicht unmittelbar im Auftrag des IS gehandelt hätte, so stehe die Terrororganisation doch hinter der Tat "und adoptiert die Aktion".

Ähnlich könnte es auch bei den Anschlägen in Ansbach und Würzburg gewesen sein. Ende Juli zündete der 27-jährige Mohammad Dallel auf einem Musikfestival in Ansbach eine Bombe, tötete sich selbst und verletzte 15 Menschen zum Teil schwer. In derselben Woche hatte ein 17-Jähriger mit einer Axt mehrere Passagiere in einem Zug bei Würzburg angegriffen. Beide Männer standen erklärtermaßen in Verbindung mit dem Islamischen Staat, auch wenn sie offenbar nicht im Nahen Osten für den Dschihad ausgebildet wurden. Zu den Attentaten, die laut Amak auf das Konto des IS gehen, gehören wohl auch der Anschlag in San Bernardino, wo Ende 2015 zwei Attentäter 14 Menschen töteten, das Attentat in Orlando Mitte Juni dieses Jahres, als 49 Besucher in einem schwul-lesbischen Nachtclub ermordet wurden und auch der Anschlag in Nizza, bei dem ein Tunesier mit seinem Lastwagen in eine Menschenmenge raste und 84 Menschen tötete. Für all diese Anschläge übernahm der IS über eine von Amak veröffentlichte Mitteilung die Verantwortung.

Quelle: RP
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