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In diesen Ländern gibt es gefährliche IS-Ableger

Die Terrormiliz Islamischer Staat ist über die Kernländer Syrien und Irak hinaus zu einer großen Bedrohung geworden. Dschihadisten in einer Reihe von Ländern - so neben Libyen Ägypten, Algerien, der Jemen und Saudi-Arabien - haben IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi die Treue geschworen. Der Umfang der Kooperation zwischen diesen Gruppen und der IS-Führung ist allerdings unklar. Ein Überblick:

LIBYEN Das Land befindet sich seit dem Ende des Bürgerkrieges, der 2011 Langzeit-Diktator Muammar al-Gaddafi zu Fall brachte, sozusagen im Absturz. Libyens gewählte Regierung hat sich in den östlichen Teil des Landes zurückgezogen, während ein loses Bündnis von Milizen eine Gegenregierung in der Hauptstadt Tripolis gebildet hat. In der zweitgrößten Stadt Bengasi wüten Kämpfe zwischen Regierungssoldaten und islamischen Extremisten. Hunderttausende Menschen sind vertrieben und Botschaften geschlossen worden, Diplomaten und ein Heer von ausländischen Arbeitskräften - darunter viele Ägypter - aus dem Land geflohen. Dieses Chaos hat sich als Nährboden für den IS erwiesen, mehrere Extremistenfraktionen haben der Terrormiliz Treue geschworen. Mit dem IS verbündete Gruppen teilen das ölreiche Land mit seinen sechs Millionen Einwohnern in drei Regionen: Tripolis, Barka oder Kyrenaika im Osten und Fessan im Süden. Dem Innenminister der gewählten Regierung, Omar al-Sinki, zufolge hat Al-Bagdadi einen Tunesier namens Abu Talha zum Führer des IS-Ablegers in Tripolis ernannt. Die meisten IS-Terroristen in Libyen seien Tunesier oder Jemeniten.

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In diesen Ländern gibt es gefährliche IS-Ableger

ÄGYPTEN Die ägyptische Regierung ist mit einem aufkeimenden Aufstand auf der strategisch wichtigen Sinai-Halbinsel an der Grenze zu Israel und dem Gazastreifen konfrontiert. Im Nordsinai haben extremistische Angriffe auf Sicherheitskräfte stark zugenommen, insbesondere nach der Vertreibung des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi durch das Militär im Jahr 2013. In dem Gebiet herrscht seit Oktober eine nächtliche Ausgangssperre.

Einige Extremisten haben dem IS Gefolgschaft geschworen, darunter eine Gruppe, die sich "Islamischer Staat - Provinz Sinai" nennt. Sie hat die Verantwortung für eine ausgeklügelte Serie von Angriffen auf Stellungen des ägyptischen Militärs im Januar übernommen. Dabei kamen 32 Soldaten ums Leben. Mehr als 30 waren bereits bei einer Attacke im Oktober getötet worden. Die aus der von der Al-Kaida inspirierten Gruppe Ansar Beit al-Makdis erwachsene "Provinz Sinai" hat bisher keine direkten Attacken gegen Zivilisten ausgeführt, aber einige kamen bei den Angriffen auf das ägyptische Militär ums Leben.

Extremistengruppen im Sinai stützen sich stark auf Waffen, die über die durchlässige Wüstengrenze zu Libyen geschmuggelt werden. Auch nach einem Jahr massiver militärischer Einsätze im Nordsinai ist es der Regierung nicht gelungen, die täglichen Attacken der Extremisten zu stoppen.

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In diesen Ländern gibt es gefährliche IS-Ableger

ALGERIEN Die IS-Erfolge in Syrien haben eine Reihe radikalislamischer Gruppen dazu bewogen, sich von der dominierenden nordafrikanischen Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQMI)abzuspalten und mit al-Bagdadi zu verbünden. Am bekanntesten ist die von einem Al-Kaida-Veteranen geführte algerische Gruppe Dschund al-Chilafa (Soldaten des Kalifats), verantwortlich für die Enthauptung eines entführten französischen Touristen im September. Algerien hat im vergangenen Herbst eine massive Operation gegen sie gestartet, und die meisten bekannten Mitglieder sind seitdem gefangen genommen oder getötet worden.

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In diesen Ländern gibt es gefährliche IS-Ableger

TUNESIEN Die radikale Ukba-ibn-Nafi-Brigade in Tunesien hat seit langem gute Beziehungen zur AQMI, aber auch in Erklärungen den IS unterstützt. Noch wichtiger ist jedoch, dass es einen steten Zustrom tunesischer Rekruten zum IS gibt. Die meisten von ihnen legen auf ihrem Weg einen Stopp in Libyen zur Ausbildung ein.

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