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Somalia: Islamisten ziehen sich teilweise zurück

zuletzt aktualisiert: 26.12.2006 - 09:31

Mogadischu (RPO). Nach mehrtägigen heftigen Kämpfen mit der äthiopischen Armee haben sich die Truppen der somalischen Islamisten aus mehreren Frontstellungen zurückgezogen. Die Kämpfer räumten unter anderem die Städte Dinsoor und Burhakaba, wie ein Sprecher der Islamisten am Dienstag sagte.

Dabei handle es sich aber um einen "militärischen Rückzug", der dem Ziel diene, den Krieg zu gewinnen. Dinsoor und Burhakaba liegen nicht weit entfernt von Baidoa, dem Sitz der somalischen Übergangsregierung. Die international anerkannte Übergangsregierung forderte die Miliz am Dienstag zur Kapitulation auf und bot den Kämpfern eine Amnestie an.

"Wir fordern die Miliz der islamischen Gerichte auf, sich der Regierung zu ergeben, bevor sie von ihr bestraft wird", sagte Regierungssprecher Abdirahman Dinari in der Stadt Baidoa, wo die Übergangsregierung ihren Sitz hat. Der Führer des Rats der Islamischen Gerichte, Sheik Sharif Sheik Ahmed, gab sich jedoch unbeugsam und sagte, die Miliz habe sich lediglich zu einem taktischen Rückzug entschlossen. "Der Krieg tritt in eine neue Phase ein", sagte Ahmed. "Wir werden sehr lange gegen Äthiopien kämpfen und erwarten, dass sich der Krieg auf alle Orte ausweitet."

An der Hauptfront nahe der im Westen gelegenen Stadt Baidoa verlegten die Einheiten des Rats der Islamischen Gerichte ihre Stellungen mehr als 50 Kilometer nach Südosten, wie Augenzeugen berichteten. Außerdem gaben sie ihre Stellung in Bur Hakaba auf. "Wir sind heute morgen aufgewacht, und die Stadt war leer, kein einziger islamischer Kämpfer ist noch da", sagte ein Bewohner von Bur Hakaba. Im Norden des Landes zogen Regierungstruppen und äthiopische Einheiten in der Stadt Bulo Barde ein. Dort hatte ein islamischer Geistlicher vor zwei Wochen mit der Hinrichtung für alle gedroht, die sich nicht fünf Mal am Tag zum Gebet niederließen.

Der äthiopische Präsident Meles Zenawi hatte am Samstag offiziell erklärt, dass er Truppen nach Somalia geschickt habe. Er begründete dies mit dem Kampf gegen internationale Terroristen und der Wahrung äthiopischer Interessen. Daraufhin griffen äthiopische Kampfflugzeuge am Montag die beiden internationalen Flughäfen in Mogadishu und Baledogle an.

Somalia hat seit dem Sturz von Staatschef Mohamed Siad Barre im Jahr 1991 keine funktionierende Zentralregierung mehr. Experten befürchten, dass Somalia zum Schauplatz eines großen regionalen Kriegs am Horn von Afrika werden könnte. Nach einem Bericht der Vereinten Nationen beliefern zehn Staaten die Konfliktparteien in Somalia mit Waffen und Ausrüstung. Am 6. Dezember beschloss der Weltsicherheitsrat die Entsendung einer regionalen Eingreiftruppe zur Unterstützung der Übergangsregierung in Somalia.

Quelle: afp2

 
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