kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Ohne Ruhe in Süd-Libanon keine Verhandlungen mit Syrien: Israel fordert stärkere Kontrolle der Hisbollah-Guerilla

zuletzt aktualisiert: 19.02.2000

Jerusalem/Damaskus/Beirut (dpa). Israel hat am Samstag seine Ansicht bekräftigt, dass Verhandlungen mit Syrien nur möglich sind, wenn Damaskus für Ruhe im israelisch-libanesischen Grenzgebiet sorgt. Der Chefberater von Israels Ministerpräsident Ehud Barak, Daniel Jatom, sagte, Damaskus sei "in der Lage, die Hisbollah-Guerilla stärker als bisher zu kontrollieren". Zugleich wies Jatom Vorwürfe der Palästinenser zurück, Jerusalem vernachlässige die bilateralen Verhandlungen bewusst zu Gunsten von Friedensverhandlungen mit Syrien.

Die syrische Staatspresse brandmarkte Israels Libanon-Politik als "Nazitum" und "faschistisch". In einem Kommentar auf der Titelseite meinte die Zeitung "Al Thawra" am Samstag, es sei berechtigt, Israels Aktionen gegen das Nachbarland Libanon mit Nazitum und Rassismus gleichzusetzen. "Wie sonst sollten wir die die israelische Aggression und ihre zerstörerische Wirkung auf die Infrastruktur in Libanon (...) beschreiben, wenn nicht als Nazismus, Faschismus und Kriegsverbrechen".

Israel hatte am 8. Februar drei libanesische Kraftwerke angegriffen, wobei 22 Zivilisten verletzt wurden. Das Land lag danach fast völlig in Dunkelheit. Zuvor hatte die Hisbollah seit Ende Januar sieben israelische Soldaten in der so genannten Sicherheitszone in Südlibanon getötet.

Libanon und Ägypten verurteilten zwar ebenfalls die jüngsten israelischen Luftangriffe auf zivile Ziele in Südlibanon, forderten aber zugleich die Wiederaufnahme der festgefahrenen Friedensgespräche. Der libanesische Präsident Emile Lahoud und sein ägyptischer Amtskollege Husni Mubarak, der am Samstag überraschend nach Beirut geflogen war, "betonten die Notwendigkeit der Wiederaufnahme von Verhandlungen für einen gerechten und umfassenden Frieden".

Nach Angaben des israelischen Rundfunks haben sich US-Diplomaten dafür ausgesprochen, stärker als bisher darauf hinzuwirken, die israelisch-syrischen Verhandlungen wieder in Gang zu bringen. Syrien hatte die Verhandlungen Anfang Januar unterbrochen. Damaskus will die Gespräche nur dann wieder aufnehmen, wenn Israel sich zuvor schriftlich verpflichtet, die 1967 eroberten Golan-Höhen vollständig an Syrien zurückzugeben.

Palästinenser-Präsident Jassir Arafat sagte, er halte an einem eigenen Staat für die Palästinenser fest. Nach einem Gespräch mit dem deutschen Bundespräsidenten Johannes Rau nannte Arafat in Bethlehem als Zeitpunkt dafür Mitte September. Die Verhandlungen über einen Friedensprozess sind nach Arafats Worten weiterhin eingefroren. Rau war am Samstag zu dem ersten offiziellen Besuch eines Bundespräsidenten in den palästinensischen Autonomiegebieten eingetroffen.

Jatom versicherte im israelischen Rundfunk, die Regierung betrachte die Verhandlungen mit den Palästinensern als "sehr wichtig". Er wies Vorwürfe Arafats zurück, Israel habe im Rahmen seiner jüngsten Pläne zum Rückzug aus 6,1 Prozent des besetzten Westjordanlandes nur unbewohnte Gebiete ausgesucht. Nach Angaben von Jatom leben in den Gebieten rund 160 000 Palästinenser, also knapp zehn Prozent der gesamten palästinensischen Bevölkerung des Westjordanlandes.

Der Chef von Baraks politischem Planungsstab meinte weiter, Israel habe die Forderung Arafats nach einer Übergabe von drei Siedlungen am Rande Jerusalems an die palästinensische Seite nicht erfüllen können, weil dies zum gegenwärtigen Zeitpunkt "zu heikel" gewesen wäre. Barak will diese Gebietsentscheidung dem endgültigen Friedensabkommen mit den Palästinensern überlassen, das nach einer Vereinbarung von 1999 bis zum 13. September unterzeichnet sein soll.

Quelle: RPO Archiv

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Schweiz verabschiedet Steuerabkommen mit Berlin

Kampf gegen Steuerhinterziehung

Schweiz verabschiedet Steuerabkommen

Das Schweizer Parlament hat das Steuerabkommen mit Deutschland verabschiedet. mehr 

IAEA: Iran hat Spuren verwischt

Neue Vorwürfe im Atomstreit

IAEA: Iran hat Spuren verwischt

Der Iran hat nach Informationen der IAEA in einer verdächtigen militärischen Versuchsanlage Spuren verwischt. mehr 

Mehr Politik
Aus der Region

Kampf gegen Steuerhinterziehung

Schweiz verabschiedet Steuerabkommen

Neue Vorwürfe im Atomstreit

IAEA: Iran hat Spuren verwischt

Innenministerkonferenz

Salafisten und Rocker im Visier

Bundespräsident sorgt für Wirbel

Gauck vermisst ein Zeichen Israels

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Video

Italien: Frau lebend aus Trümmern gezogen

Das Beben in Norditalien war am Dienstagabend schon 12 Stunden her, da gab es eines dieser kleinen Wunder, auf die die Menschen in den ... mehr 

Politik ist langweilig? Vergessen Sie's!

reichstag berlin kuppel DDP 2005-0801

Politik ist Drama, Komödie und gelegentlich großes Kino. Aus Berlin schauen unsere Korrespondenten auf das Geschehen.

Top-Services