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Drei Raketeneinschläge: Israel greift Fatah-Gebäude an

zuletzt aktualisiert: 08.09.2001 - 18:37

Ramallah (rpo). Israelische Kampfhubschrauber haben am Samstag Büros der Fatah-Bewegung des palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat beschossen. Verletzt wurde bei dem Angriff in Ramallah aber offenbar niemand.

Die israelische Armee sprach von einem Vergeltungsschlag für die Ermordung eines Soldaten am Donnerstag. Marwan Barghuti, Führer der Fatah-nahen Tansim-Miliz, sagte, der Angriff habe dem Fatah-Funktionär Muhammed Mansur gegolten.

Augenzeugen berichteten, sie hätten zwei Hubschrauber und kurz darauf mehrere Explosionen gehört. Drei Raketen hätten das achtstöckige Gebäude getroffen und schweren Schaden verursacht, hieß es. Mansur hatte das Gebäude wenige Minuten vor dem Angriff verlassen. Dort hatte zuvor eine Sitzung von Fatah-Funktionären stattgefunden. Israel hat der Fatah wiederholt die Beteiligung an Attentaten vorgeworfen; mehrere Aktivisten der Organisation werden von Israel als Terroristen gesucht.

Bereits in der Nacht zum Samstag war bei einer Explosion im Gazastreifen ein palästinensischer Aktivist getötet worden. Augenzeugen berichteten, die Detonation habe sich im Garten eines Hauses ereignet, das von der Tansim-Miliz genutzt werde. Bei dem Todesopfer handelte es sich nach Angaben der Tansim um den 25-jährigen Issaldine Issa, der auch für den palästinensischen Geheimdienst arbeitete. Ein weiterer Aktivist wurde bei der Explosion in der Nähe der ägyptischen Grenze schwer verletzt.

Nach dem Hubschrauberangriff in Ramallah demonstrierten Dutzende Palästinenser in der Stadt gegen Israel und riefen nach Vergeltung. Barghuti erklärte: "Unsere Antwort wird schneller kommen und schmerzlicher sein, als sich die Israelis vorstellen können." Der Angriff zeige, dass sich Arafat auf keinen Fall mit dem israelischen Außenminister Schimon Peres treffen sollte, sagte Barghuti.

Das palästinensische Kabinett hatte bereits in einer am Freitagabend verbreiteten Erklärung Bedingungen für ein solches Treffen genannt. Demzufolge wird es keine Gespräche über eine Waffenruhe geben, wenn nicht auch über eine Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen gesprochen wird. Dies hat der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon jedoch bislang abgelehnt. Peres hatte zuvor eine Begegnung mit Arafat möglicherweise schon am Sonntag in Aussicht gestellt.

Quelle: RPO Archiv

 
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