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Termin für Waffenstillstandserklärung ungewiss: Israelis töten Hamas-Aktivisten

zuletzt aktualisiert: 27.06.2003 - 06:43

Gaza (rpo). Gerade erst schien sich die Lage im Nahen Osten durch Gespräche über eine Waffenstillstandserklärung zu entspannen, das ist es zu einem neuen Angriff gekommen: Israelische Streitkräfte sollen drei Hamas-Aktivisten und einen Passanten getötet haben.

Sie waren offenbar auf der Suche nach einem ranghohen Bombenbauer der Hamas. Die Soldaten sprengten das Haus von Adnan el Ghul in die Luft, der sich zu dem Zeitpunkt nicht zuhause aufhielt, und lieferten sich ein zweistündiges Feuergefecht mit mehreren Dutzend mutmaßlichen Extremisten. Die Palästinenser meldeten unterdessen Fortschritte bei den Sicherheitsgesprächen mit Israel.

Nach palästinensischen Angaben rückten die israelischen Truppen am Freitagmorgen in das Dorf Mudscharcha ein und umstellten Ghuls Haus sowie ein Nachbargebäude. Der 42-Jährige gilt als wichtigster Bombenbauer der Hamas und ist auch als "der Ingenieur" bekannt. Er wird seit mehr als zehn Jahren sowohl von Israel als auch der palästinensischen Autonomiebehörde gesucht. Israel hat in den vergangenen Jahren bereits mehrfach vergeblich versucht, Ghul zu töten.

Der militärische Flügel der Hamas machte in einer Erklärung die USA für die israelische Offensive verantwortlich. Erstmals kündigte die Organisation jedoch keine Vergeltung an. Hamas-Führer Mahmud Sahar sagte, die Gespräche über eine Feuerpause würden fortgesetzt. "Der Plan für einen Waffenstillstand wird zur richtigen Zeit gemeinsam mit anderen palästinensischen Gruppen bekannt gegeben werden", sagte Sahar dem libanesischen Fernsehsender El Hajat-LBC in Gaza-Stadt. Ein Sprecher der israelischen Regierung, Awi Pasner, erklärte, die Angriffe würden bis zu einer Waffenruhe fortgesetzt.

Der Einsatz erfolgte wenige Stunden, nachdem sich die Autonomiebehörde optimistisch über das baldige Zustandekommen einer Waffenstillstandserklärung der Hamas und anderer militanter palästinensischer Organisationen geäußert hatte. Zu Angaben, wonach mit der Erklärung noch vor der Ankunft von US-Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice am Samstagabend zu rechnen sei, sagte Mohammed el Hindi vom Islamischen Dschihad, die Palästinenser würden ihr Tempo selbst bestimmen.

Vereinbarung einer dreimonatigen Feuerpause

Der palästinensische Ministerpräsident Mahmud Abbas erklärte am Freitag, die Beteiligten suchten derzeit nach Wegen zum Abschluss des Waffenruheabkommens. Die Vereinbarung einer dreimonatigen Feuerpause hatte Marwan Barghuti, der mittlerweile inhaftierte Anführer von Arafats Fatah-Bewegung im Westjordanland, am Mittwoch gemeinsam mit den in Damaskus ansässigen Führern von Hamas und Islamischem Dschihad vorbereitet.

Aus palästinensischen Kreisen verlautete am Freitag, es seien "echte Fortschritte" in der Frage des israelischen Truppenrückzugs aus Teilen des Gazastreifens und der Stadt Bethlehem erzielt worden. Bei einem weiteren Treffen solle noch im Laufe des (heutigen) Freitags ein Abkommen geschlossen werden. An dem Gespräch in Gaza nahmen der palästinensische Sicherheitschef Mohammed Dahlan, der israelische Generalmajor Amos Gilad, der US-Botschafter Dan Kurtzer und der Leiter einer amerikanischen Vermittlungsdelegation, John Wolf, teil. Ein Truppenrückzug wäre der erste große Schritt zur Umsetzung des internationalen Friedensplans, der die Gründung eines Staates Palästina im Jahr 2005 vorsieht.


 
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